
PETG richtig einstellen ist einer der wichtigsten Schritte, wenn du stabile, saubere und belastbare 3D-Drucke herstellen möchtest. PETG ist zäher und temperaturbeständiger als PLA, lässt sich aber einfacher drucken als ABS oder ASA. Genau deshalb ist es für Werkstattteile, Halterungen, Organizer, Ersatzteile und funktionale Drucke besonders interessant.
Trotzdem ist PETG kein Filament, das einfach mit PLA-Einstellungen gedruckt werden sollte. Typische Probleme sind Stringing, kleine Blobs, unsaubere Oberflächen, schlechte Haftung oder zu stark haftende Drucke auf der Bauplatte. Meist liegt das nicht am Filament selbst, sondern an einer ungünstigen Kombination aus Temperatur, Retraction, Druckgeschwindigkeit, Kühlung, Druckbett und Filamentzustand.
In diesem Artikel erfährst du, wie du PETG richtig einstellen kannst, welche Startwerte sich in der Praxis bewährt haben und in welcher Reihenfolge Temperatur, Retraction und Druckgeschwindigkeit sinnvoll optimiert werden.
Wenn PETG vor allem für belastbare Bauteile eingesetzt werden soll, lohnt sich auch der Blick auf den Vergleich Filament für Werkstattteile: PLA vs. PETG vs. ABS. Dort wird deutlich, warum PETG für viele funktionale Druckteile oft der beste Kompromiss aus Druckbarkeit, Stabilität und Alltagstauglichkeit ist.
Schnellnavigation
- PETG richtig einstellen: Die wichtigsten Werte im Überblick
- Warum PETG andere Einstellungen braucht als PLA
- Die richtige Drucktemperatur für PETG einstellen
- Druckbett-Temperatur für PETG richtig einstellen
- PETG und Druckoberfläche: Vorsicht bei zu starker Haftung
- Retraction bei PETG richtig einstellen
- PETG Stringing vermeiden: Temperatur, Retraction und Feuchtigkeit zusammendenken
- Druckgeschwindigkeit für PETG richtig einstellen
- Lüfter und Kühlung bei PETG
- Flow bei PETG: Nicht jedes Problem ist Retraction
- Erste Schicht bei PETG richtig einstellen
- PETG trocknen: Wann Feuchtigkeit zum Problem wird
- PETG richtig einstellen: Empfohlene Reihenfolge
- Typische PETG-Probleme und passende Lösungen
- Empfohlenes Zubehör für bessere PETG-Drucke
- Fazit: PETG richtig einstellen lohnt sich
- FAQ: PETG richtig einstellen
PETG richtig einstellen: Die wichtigsten Werte im Überblick
Die folgende Tabelle gibt gute Startwerte für PETG. Je nach Drucker, Hotend, Filamenthersteller, Bauteilgröße und Slicer-Profil können kleine Anpassungen nötig sein. Für die meisten modernen FDM-Drucker sind diese Werte aber ein sinnvoller Ausgangspunkt.
| Einstellung | Empfohlener Startwert | Typischer Bereich |
|---|---|---|
| Nozzle-Temperatur | 240 °C | 230–250 °C |
| Druckbett-Temperatur | 80 °C | 70–85 °C |
| Erste Schicht | 20 mm/s | 15–25 mm/s |
| Normale Druckgeschwindigkeit | 45–60 mm/s | 35–80 mm/s |
| Retraction Direct Drive | 0,6–1,0 mm | 0,4–1,5 mm |
| Retraction Bowden | 3–4 mm | 2,5–5 mm |
| Retraction Speed | 25–35 mm/s | 20–45 mm/s |
| Lüfter | 30–50 % | 0–70 % je nach Bauteil |
| Flow | 95–100 % | je nach Kalibrierung |
Diese Werte sind keine endgültigen Perfektwerte, sondern eine stabile Basis. Besonders wichtig ist: Es sollte nicht alles gleichzeitig geändert werden. Wenn PETG sauber eingestellt werden soll, ist ein schrittweises Vorgehen deutlich sinnvoller.
Falls noch ein passendes Material gesucht wird, bietet der Artikel Bestes PETG Filament eine Auswahl geeigneter PETG-Filamente für stabile Werkstattteile, Halterungen und funktionale Drucke.
Warum PETG andere Einstellungen braucht als PLA
PETG verhält sich beim Drucken anders als PLA. Es ist zäher, klebriger und fließt bei höheren Temperaturen. Dadurch entstehen sehr stabile Layer, gleichzeitig neigt das Material aber stärker zu Fädenbildung, kleinen Materialnasen und Ablagerungen an der Düse.
Während PLA oft mit viel Lüfter, hoher Geschwindigkeit und niedrigerer Temperatur gut funktioniert, braucht PETG meist:
- eine höhere Nozzle-Temperatur,
- ein beheiztes Druckbett,
- weniger Bauteilkühlung,
- moderate Druckgeschwindigkeiten,
- sauber abgestimmte Retraction,
- trocken gelagertes Filament.
Wenn PETG mit zu aggressiven PLA-Einstellungen gedruckt wird, entstehen häufig genau die typischen Probleme: Stringing, schlechte Oberflächen, schwächere Layerhaftung oder unsaubere Ecken.
Die richtige Drucktemperatur für PETG einstellen
Die Drucktemperatur ist bei PETG einer der wichtigsten Faktoren. Sie entscheidet darüber, wie gut das Material fließt, wie stabil die Layer miteinander verschmelzen und wie stark das Filament zu Stringing neigt.
Für viele PETG-Filamente liegt ein guter Startwert bei etwa 240 °C. Der sinnvolle Bereich liegt meist zwischen 230 und 250 °C. Manche High-Speed- oder Spezial-PETG-Filamente können auch etwas höhere Temperaturen benötigen, während andere Sorten bereits bei 230 bis 235 °C sauber laufen.
Was passiert bei zu niedriger Temperatur?
- schlechte Layerhaftung
- brüchigere Bauteile
- matte oder raue Oberflächen
- Unterextrusion
- schlechter Materialfluss bei höheren Geschwindigkeiten
Was passiert bei zu hoher Temperatur?
- mehr Stringing
- kleine Blobs und Pickel
- Material sammelt sich an der Düse
- weiche Details
- unsaubere Überhänge
Wenn PETG neu eingestellt wird, sollte zuerst ein kleiner Temperaturtest gedruckt werden. Ein sinnvoller Startpunkt liegt zum Beispiel bei 245 °C. Danach kann die Temperatur in 5-°C-Schritten reduziert werden. Ziel ist ein Wert, bei dem die Layer stabil haften, die Oberfläche sauber bleibt und das Stringing nicht unnötig stark wird.
Wenn PETG viele Fäden zieht, sollte nicht sofort nur die Retraction erhöht werden. Häufig ist die Nozzle-Temperatur zu hoch oder das Filament hat Feuchtigkeit aufgenommen. Besonders bei offenen Rollen lohnt sich deshalb auch der Artikel PETG trocknen, weil feuchtes PETG oft ähnliche Symptome erzeugt wie falsche Slicer-Einstellungen.
Druckbett-Temperatur für PETG richtig einstellen
PETG braucht für zuverlässige Haftung in der Regel ein beheiztes Druckbett. Ein guter Startwert liegt bei 80 °C. Je nach Druckoberfläche und Bauteilgröße funktioniert meist ein Bereich von 70 bis 85 °C.
- Kleine Bauteile: 70–75 °C reichen oft aus.
- Mittlere Bauteile: 75–80 °C sind ein guter Startpunkt.
- Große Bauteile: 80–85 °C verbessern die Haftung.
Wichtig ist nicht nur die eingestellte Temperatur, sondern auch eine gleichmäßig aufgeheizte Druckplatte. Gerade bei größeren Bauteilen lohnt es sich, dem Druckbett ein paar Minuten Zeit zu geben, bevor der Druck startet.
Wenn PETG trotz passender Temperatur nicht zuverlässig haftet, hilft der Artikel PETG haftet nicht am Druckbett mit konkreten Ursachen und Lösungen zu Reinigung, Druckbett-Temperatur, Z-Offset und Druckoberfläche weiter.
PETG und Druckoberfläche: Vorsicht bei zu starker Haftung
Bei PETG geht es nicht nur darum, genügend Haftung zu bekommen. Auf manchen Oberflächen haftet PETG sogar zu stark. Besonders glatte PEI-Platten oder Glasflächen können problematisch sein, wenn sich das Bauteil nach dem Abkühlen kaum lösen lässt.
Je nach Druckplatte kann eine dünne Trennschicht sinnvoll sein. Das kann zum Beispiel ein geeigneter Klebestift oder ein spezieller Haftvermittler sein. Er dient dann nicht nur der besseren Haftung, sondern auch als Schutzschicht zwischen PETG und Druckoberfläche.
Für die Auswahl der passenden Druckoberfläche hilft der Vergleich PEI vs. Glas Druckbett. Dort werden die wichtigsten Vor- und Nachteile für PETG, PLA und andere Filamente erklärt.
Retraction bei PETG richtig einstellen
Die Retraction ist bei PETG besonders wichtig, weil das Material stärker zum Nachlaufen neigt als PLA. Gleichzeitig darf die Retraction nicht zu aggressiv eingestellt werden. Zu hohe Rückzugswerte können zu Unterextrusion, Materialabrieb oder ungleichmäßigem Materialfluss nach Travel-Moves führen.
Deshalb gilt bei PETG: Retraction sollte vorsichtig eingestellt und immer zusammen mit Temperatur, Travel-Speed und Filamentfeuchtigkeit betrachtet werden.
Startwerte für Direct-Drive-Extruder
- Retraction Distance: 0,6–1,0 mm
- Retraction Speed: 25–35 mm/s
- Travel Speed: möglichst zügig, abhängig vom Drucker
Startwerte für Bowden-Extruder
- Retraction Distance: 3–4 mm
- Retraction Speed: 30–45 mm/s
- Travel Speed: möglichst zügig, abhängig vom Drucker
Wenn viele feine Fäden zwischen zwei Druckbereichen entstehen, ist die Retraction möglicherweise zu niedrig, die Temperatur zu hoch oder das PETG feucht. Wenn nach Leerfahrten kleine Lücken oder Aussetzer entstehen, ist die Retraction möglicherweise zu hoch oder zu schnell.
Eine ausführlichere Anleitung bietet der Artikel Retraction richtig einstellen, in dem die Unterschiede zwischen PLA, PETG und ABS noch genauer erklärt werden.
PETG Stringing vermeiden: Temperatur, Retraction und Feuchtigkeit zusammendenken
Stringing ist eines der häufigsten Probleme bei PETG. Häufig wird dann sofort die Retraction erhöht. Das kann helfen, löst aber nicht immer die eigentliche Ursache.
Häufige Ursachen für PETG-Stringing sind:
- zu hohe Nozzle-Temperatur,
- feuchtes Filament,
- zu niedrige Retraction,
- zu langsame Travel-Moves,
- ungünstige Slicer-Einstellungen,
- zu wenig oder zu viel Kühlung je nach Bauteil.
Beim Optimieren hat sich folgende Reihenfolge bewährt:
- Nozzle-Temperatur in 5-°C-Schritten reduzieren.
- Filament trocknen oder testweise eine frische Rolle verwenden.
- Retraction Distance leicht erhöhen.
- Retraction Speed vorsichtig anpassen.
- Travel-Moves und Slicer-Optionen prüfen.
Wenn gezielt gegen Fädenbildung optimiert werden soll, bietet der Artikel PETG Stringing vermeiden eine detaillierte Problemlösung. Bleibt Stringing trotz guter Retraction bestehen, ist häufig feuchtes Filament die Ursache. Dann kann der Blick in den Filamenttrockner Vergleich der nächste sinnvolle Schritt sein.
Druckgeschwindigkeit für PETG richtig einstellen
PETG profitiert von moderaten Druckgeschwindigkeiten. Es lässt sich zwar auf modernen Druckern auch schneller drucken, für saubere Oberflächen und stabile Bauteile ist ein konservativer Start aber oft besser.
Für viele Drucker funktionieren folgende Werte gut:
- Erste Schicht: 15–25 mm/s
- Außenwände: 35–50 mm/s
- Innenwände: 45–70 mm/s
- Infill: 60–90 mm/s
- Kleine Details: eher langsamer drucken
Wenn PETG zu schnell gedruckt wird, kann der Materialfluss ungleichmäßig werden. Die Oberfläche wirkt dann rau, Ecken werden unsauber oder die Layer haften schlechter. Besonders bei älteren Druckern oder einfachen Hotends ist weniger Geschwindigkeit oft der bessere Weg.
Wenn Geschwindigkeit, Qualität und Druckzeit genauer abgestimmt werden sollen, hilft der Artikel Druckgeschwindigkeit richtig einstellen weiter.
Lüfter und Kühlung bei PETG
PETG benötigt weniger Kühlung als PLA. Zu viel Bauteilkühlung kann die Layerhaftung verschlechtern. Zu wenig Kühlung kann aber bei Überhängen, kleinen Details und feinen Spitzen zu unsauberen Ergebnissen führen.
Ein guter Startwert ist:
- Erste Schicht: Lüfter aus
- Normale Schichten: 30–50 %
- Überhänge und kleine Details: 50–70 % testen
- Maximale Stabilität: eher weniger Lüfter verwenden
Für funktionale Werkstattteile ist oft eine etwas geringere Kühlung sinnvoll, weil dadurch die Layerhaftung stärker bleibt. Für dekorative Teile oder saubere Überhänge kann mehr Kühlung helfen.
Flow bei PETG: Nicht jedes Problem ist Retraction
Wenn PETG zu dicke Bahnen, unsaubere Ecken oder kleine Materialwülste erzeugt, liegt das nicht immer an der Retraction. Häufig ist auch der Flow zu hoch. Gerade PETG wirkt dann schnell „schmierig“, weil überschüssiges Material an der Düse hängen bleibt und über das Bauteil gezogen wird.
Typische Anzeichen für zu hohen Flow:
- raue Oberflächen
- überquellende Linien
- sichtbare Materialwülste an Ecken
- Düse sammelt PETG ein
- Top-Layer wirkt unruhig
Typische Anzeichen für zu niedrigen Flow:
- Lücken zwischen Linien
- schwache Layerhaftung
- brüchige Bauteile
- sichtbare Unterextrusion
Wenn solche Symptome auftreten, sollte nicht nur Temperatur und Retraction verändert werden. Oft ist es sinnvoller, zuerst den Flow zu kalibrieren, besonders wenn verschiedene PETG-Marken verwendet werden oder regelmäßig zwischen PLA, PETG und anderen Materialien gewechselt wird.
Erste Schicht bei PETG richtig einstellen
Die erste Schicht ist bei PETG besonders wichtig. Sie muss gut haften, darf aber nicht zu stark in die Druckplatte gedrückt werden. Ein zu niedriger Z-Offset kann dazu führen, dass PETG extrem stark haftet oder sich unsauber seitlich aufschiebt.
Wichtig für die erste Schicht:
- Druckbett reinigen
- passende Betttemperatur wählen
- erste Schicht langsam drucken
- Z-Offset nicht zu tief setzen
- bei Bedarf passende Trennschicht verwenden
- nach dem Druck vollständig abkühlen lassen
Wenn grundsätzlich Probleme mit der ersten Schicht auftreten, lohnt sich der Artikel Erste Schicht perfekt drucken. Wenn die Düse zu nah oder zu weit vom Druckbett entfernt ist, hilft zusätzlich die Anleitung Z-Offset richtig einstellen.
PETG trocknen: Wann Feuchtigkeit zum Problem wird
PETG kann Feuchtigkeit aufnehmen. Feuchtes Filament ist eine häufige Ursache für Stringing, Blasen, knisternde Geräusche, matte Oberflächen und unruhige Extrusion. Wenn PETG richtig eingestellt werden soll, sollte deshalb immer auch der Zustand des Filaments geprüft werden.
Anzeichen für feuchtes PETG:
- Knacken oder Zischen beim Drucken
- kleine Bläschen im Extrusionsstrang
- starkes Stringing trotz guter Retraction
- unruhige Oberfläche
- schwankender Materialfluss
Wenn eine Rolle länger offen gelagert wurde oder plötzlich schlechter druckt als vorher, lohnt sich das Trocknen. Für eine allgemeine Lagerstrategie passt zusätzlich der Artikel Filament richtig lagern.
PETG richtig einstellen: Empfohlene Reihenfolge
Viele Druckprobleme entstehen, weil zu viele Einstellungen gleichzeitig geändert werden. Besser ist eine klare Reihenfolge. So wird erkennbar, welche Einstellung wirklich geholfen hat.
| Schritt | Einstellung | Ziel |
|---|---|---|
| 1 | Filamentzustand prüfen | Feuchtigkeit ausschließen |
| 2 | Druckbett und erste Schicht optimieren | Haftung stabilisieren |
| 3 | Nozzle-Temperatur testen | Layerhaftung und Stringing ausbalancieren |
| 4 | Druckgeschwindigkeit reduzieren | Materialfluss beruhigen |
| 5 | Retraction feinjustieren | Fäden und Blobs reduzieren |
| 6 | Lüfter anpassen | Details, Überhänge und Stabilität verbessern |
| 7 | Flow kalibrieren | saubere Linien und Oberflächen erreichen |
Diese Reihenfolge ist besonders hilfreich, weil PETG-Probleme oft ähnlich aussehen. Stringing kann zum Beispiel durch falsche Retraction entstehen, aber auch durch zu hohe Temperatur oder feuchtes Filament. Eine schlechte Oberfläche kann an zu viel Flow liegen, aber auch an zu hoher Geschwindigkeit.
Wenn mehrere Druckprobleme gleichzeitig auftreten, hilft die Übersicht 3D-Druck Fehler – die 20 häufigsten Probleme und Lösungen bei der gezielten Fehlersuche.
Typische PETG-Probleme und passende Lösungen
PETG zieht Fäden
Zuerst sollte die Temperatur in kleinen Schritten reduziert werden. Danach sollte geprüft werden, ob das Filament trocken ist. Erst anschließend lohnt es sich, Retraction Distance und Retraction Speed zu erhöhen.
PETG haftet schlecht am Druckbett
Die Druckplatte sollte gereinigt, die Betttemperatur leicht erhöht und die Geschwindigkeit der ersten Schicht reduziert werden. Zusätzlich sollte der Z-Offset geprüft werden.
PETG haftet zu stark
Das Druckbett sollte vollständig abkühlen, bevor das Bauteil entfernt wird. Auf stark haftenden Oberflächen kann eine geeignete Trennschicht sinnvoll sein.
Die Oberfläche wird rau oder schmierig
In diesem Fall helfen oft ein leicht reduzierter Flow, eine etwas niedrigere Temperatur oder eine geringere Druckgeschwindigkeit. Außerdem sollte geprüft werden, ob sich Material an der Düse sammelt.
Layer haften schlecht
Bei schlechter Layerhaftung kann eine etwas höhere Nozzle-Temperatur helfen. Zusätzlich sollte die Lüfterleistung reduziert und langsamer gedruckt werden. Für stabile Werkstattteile ist eine gute Layerhaftung wichtiger als maximale Geschwindigkeit.
Empfohlenes Zubehör für bessere PETG-Drucke
Mit den richtigen Einstellungen kann PETG bereits sehr zuverlässig gedruckt werden. Noch konstanter werden die Ergebnisse aber, wenn auch Filamentzustand, Druckoberfläche und Werkzeug passen.
Für PETG besonders sinnvoll sind:
- gutes PETG-Filament für stabile und reproduzierbare Drucke,
- ein Filamenttrockner bei Stringing, Blasen oder feuchten Rollen,
- eine passende Druckplatte für zuverlässige Haftung,
- Reinigungszubehör für die Bauplatte,
- Ersatzdüsen, wenn sich altes Material an der Nozzle sammelt,
- ein gutes Werkzeugset zum Entfernen und Nachbearbeiten von Drucken.
Eine breitere Übersicht über nützliche Helfer bietet der 3D-Druck Zubehör Guide.
Fazit: PETG richtig einstellen lohnt sich
PETG ist eines der besten Filamente für funktionale 3D-Drucke, braucht aber etwas mehr Feintuning als PLA. Entscheidend sind eine passende Drucktemperatur, ein ausreichend warmes Druckbett, moderate Geschwindigkeit, angepasste Retraction und nicht zu viel Kühlung.
Als Startpunkt funktionieren für viele Drucker diese Werte sehr gut:
- Nozzle: 240 °C
- Druckbett: 80 °C
- Erste Schicht: 15–25 mm/s
- Druckgeschwindigkeit: 45–60 mm/s
- Retraction Direct Drive: 0,6–1,0 mm
- Retraction Bowden: 3–4 mm
- Lüfter: 30–50 %
Wenn danach Schritt für Schritt Temperatur, Retraction, Geschwindigkeit, Lüfter und Flow angepasst werden, lassen sich mit PETG sehr stabile, saubere und alltagstaugliche Druckteile herstellen. Besonders für Werkstattteile, Halterungen und funktionale Anwendungen ist PETG deshalb eine sehr gute Wahl.
Wer zum Thema PETG noch aus einer anderen Quelle Informationen braucht, dem empfehle ich das dazugehörige Bambu Wiki.
FAQ: PETG richtig einstellen
Welche Temperatur ist für PETG ideal?
Für viele PETG-Filamente funktioniert eine Nozzle-Temperatur zwischen 230 und 250 °C gut. Ein sinnvoller Startwert liegt bei etwa 240 °C. Wenn das Material schlecht haftet oder rau wirkt, kann etwas mehr Temperatur helfen. Wenn es stark stringt, sollte etwas niedriger getestet werden.
Wie hoch sollte die Druckbett-Temperatur bei PETG sein?
Die Druckbett-Temperatur liegt bei PETG meist zwischen 70 und 85 °C. Für viele Drucke ist 80 °C ein guter Startwert. Kleine Bauteile funktionieren oft auch mit 70 bis 75 °C, größere Teile profitieren eher von 80 bis 85 °C.
Welche Retraction ist bei PETG sinnvoll?
Bei Direct-Drive-Extrudern sind häufig 0,6 bis 1,0 mm Retraction ein guter Startwert. Bei Bowden-Systemen sind meist 3 bis 4 mm sinnvoll. Die Retraction Speed liegt oft zwischen 25 und 40 mm/s. Zu hohe Werte können aber zu Unterextrusion führen.
Warum zieht PETG so viele Fäden?
PETG zieht häufig Fäden, wenn die Drucktemperatur zu hoch ist, das Filament Feuchtigkeit aufgenommen hat oder die Retraction nicht sauber eingestellt ist. Auch langsame Travel-Moves und ungünstige Slicer-Einstellungen können Stringing verstärken.
Wie schnell sollte man PETG drucken?
Für saubere PETG-Drucke sind moderate Geschwindigkeiten sinnvoll. Die erste Schicht sollte meist mit 15 bis 25 mm/s gedruckt werden. Für normale Druckbereiche sind 45 bis 60 mm/s ein guter Startpunkt. Moderne Drucker können schneller drucken, benötigen dann aber oft angepasste Temperatur- und Flow-Werte.
Braucht PETG viel Lüfter?
PETG braucht weniger Lüfter als PLA. Ein guter Startwert liegt bei 30 bis 50 %. Für maximale Stabilität kann weniger Lüfter sinnvoll sein. Für Überhänge, kleine Details oder saubere Kanten kann etwas mehr Kühlung helfen.
Muss PETG getrocknet werden?
Ja, PETG sollte trocken gelagert und bei Problemen gegebenenfalls getrocknet werden. Feuchtes PETG verursacht häufig Stringing, Blasen, Knacken beim Drucken und unruhige Oberflächen.
Ist PETG besser als PLA?
PETG ist nicht grundsätzlich besser als PLA, aber für funktionale Teile oft robuster. Es ist zäher, temperaturbeständiger und widerstandsfähiger. PLA ist dafür einfacher zu drucken und liefert oft schönere Details. Für Werkstattteile ist PETG häufig die bessere Wahl.die bessere Wahl.

Kommentare
29 Kommentare zu „PETG richtig einstellen – Temperatur, Retraction und Druckgeschwindigkeit im Überblick“
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