
PETG richtig einstellen – wie mache ich das? PETG gilt als einer der besten Allrounder im 3D-Druck – stabiler als PLA und einfacher zu drucken als ABS. Dennoch führt das Material bei falschen Einstellungen schnell zu Problemen wie Stringing, unsauberen Oberflächen oder schlechter Haftung.
Wer PETG zuverlässig drucken möchte, sollte die wichtigsten Parameter gezielt anpassen. In diesem Artikel zeige ich, welche Temperaturen, Retraction-Werte und Geschwindigkeiten sich in der Praxis bewährt haben.
Welches Filament sich grundsätzlich für belastbare Werkstattteile eignet, erkläre ich im Vergleich von PLA, PETG und ABS.
Inhaltsverzeichnis
- Die richtige Drucktemperatur für PETG
- Druckbett-Temperatur optimal einstellen
- Retraction richtig einstellen (gegen Stringing)
- Druckgeschwindigkeit für saubere Ergebnisse
- Lüfter-Einstellungen bei PETG
- Checkliste – PETG Grundeinstellungen
- Fazit
- Häufige Fragen zum Thema PETG richtig einstellen
Die richtige Drucktemperatur für PETG
Die empfohlene Drucktemperatur für PETG liegt meist zwischen 230 und 250 °C. Der optimale Wert hängt jedoch vom Hersteller und Drucker ab.
Richtwerte:
- Einsteigerbereich: 235–240 °C
- Mehr Layerhaftung: 240–245 °C
- Weniger Stringing: eher niedriger beginnen
Ist die Temperatur zu niedrig, leidet die Layerhaftung.
Ist sie zu hoch, entstehen vermehrt Fädenbildung (Stringing) und unsaubere Oberflächen.
Ein kleiner Temperatur-Tower-Test hilft, die ideale Einstellung für dein Filament zu finden.
Neben der richtigen Temperatur beeinflusst auch die Druckoberfläche das Ergebnis. Die Unterschiede zwischen beiden Lösungen erkläre ich im Vergleich PEI vs Glas Druckbett.
Druckbett-Temperatur optimal einstellen
Für zuverlässige Haftung empfiehlt sich eine Druckbett-Temperatur von:
70–85 °C
- Kleine Bauteile: 70–75 °C
- Größere Bauteile: 80–85 °C
Eine konstante Temperatur ist wichtiger als ein besonders hoher Wert. Das Druckbett sollte vollständig aufgeheizt sein, bevor der Druck startet.
Wenn du häufig Probleme mit schlechter Haftung hast, findest du hier eine ausführliche Anleitung zu den häufigsten Ursachen und Lösungen.
Retraction richtig einstellen (gegen Stringing)
PETG neigt stärker zu Fädenbildung als PLA. Eine korrekt eingestellte Retraction reduziert dieses Problem deutlich.
Typische Richtwerte:
Direct Drive:
- 0,8–1,5 mm
- 25–35 mm/s
Bowden-System:
- 3–5 mm
- 30–45 mm/s
Zu hohe Retraction-Werte können jedoch zu Unterextrusion führen. Hier ist Feintuning gefragt. Für ausführliche Informationen zu diesem Thema schau gerne in diesen Guide 👉Retraction richtig einstellen – perfekte Werte für PLA, PETG und ABS
Wenn beim Drucken feine Fäden zwischen den Bauteilen entstehen, liegt das meist an falschen Retraction- oder Temperatureinstellungen. Wie du dieses Problem gezielt behebst, erkläre ausführlich ich im Artikel PETG Stringing vermeiden.
Sollte das Problem auch bei Drucken mit PLA auftreten bekommst du hier Hilfe 👉PLA Stringing vermeiden – Ursachen und Lösungen für saubere 3D-Drucke
Wenn trotz korrekter Retraction weiterhin Fäden entstehen, kann feuchtes Filament die Ursache sein. Eine Anleitung zum Trocknen von PETG findest du hier.
Druckgeschwindigkeit für saubere Ergebnisse
PETG profitiert von moderaten Geschwindigkeiten.
Empfehlung:
- Erste Schicht: 15–25 mm/s
- Standarddruck: 40–60 mm/s
Zu hohe Geschwindigkeiten verschlechtern die Oberflächenqualität und erhöhen das Risiko von Stringing.
Lüfter-Einstellungen bei PETG
Im Gegensatz zu PLA benötigt PETG weniger Kühlung.
Empfehlung:
- Erste Schicht: Lüfter aus
- Danach: 30–50 %
Zu starke Kühlung kann die Layerhaftung verschlechtern.
Checkliste – PETG Grundeinstellungen
- Drucktemperatur: 235–245 °C
- Bett: 70–85 °C
- Retraction angepasst
- Moderate Geschwindigkeit
- Lüfter nicht zu hoch
Mit diesen Basiswerten lassen sich die meisten PETG-Drucke stabil und reproduzierbar umsetzen.
Die Wahl eines passenden PETG-Filaments ist dabei ebenso entscheidend wie die richtigen Einstellungen. Eine aktuelle Auswahl geeigneter Produkte findest du hier im Vergleich.
Wie du deine Filamente lagerst um dem ein oder anderen Problem vorzubeugen erfährst du hier 👉 Filament richtig lagern – So bleiben PLA, PETG und ABS trocken
Fazit
PETG lässt sich zuverlässig drucken, wenn die wichtigsten Parameter sauber abgestimmt sind. Die richtige Kombination aus Temperatur, Retraction und Geschwindigkeit entscheidet über saubere Oberflächen und stabile Bauteile.
Wer sich einmal die Mühe macht, sein Filament systematisch einzustellen, wird mit PETG langfristig sehr konstante Ergebnisse erzielen.
Für saubere Drucke ist neben den richtigen PETG Einstellungen auch eine gute Drucker-Kalibrierung entscheidend. Wie das funktioniert, erkläre ich hier: 3D Drucker kalibrieren.
Mit dem richtigen Zubehör kannst du deine Druckqualität zusätzlich verbessern. Schau im folgenden Guide, welches Zubehör sinnvoll ist 👉3D-Druck Zubehör – der ultimative Guide mit über 50 Tools (2026)
Häufige Fragen zum Thema PETG richtig einstellen
Welche Temperatur ist ideal für PETG?
Die meisten PETG-Filamente lassen sich bei 230–250 °C gut verarbeiten. In der Praxis hat sich ein Bereich zwischen 235 und 245 °C bewährt. Die optimale Temperatur hängt jedoch vom Hersteller und Drucker ab. Ein Temperatur-Tower hilft, den besten Wert zu ermitteln.
Warum zieht PETG so viele Fäden (Stringing)?
Stringing entsteht meist durch zu hohe Drucktemperaturen oder unzureichend eingestellte Retraction-Werte. Eine leicht reduzierte Temperatur sowie korrekt angepasste Rückzugs-Einstellungen können das Problem deutlich verringern.
Wie hoch sollte die Druckbett-Temperatur bei PETG sein?
Eine Druckbett-Temperatur zwischen 70 und 85 °C sorgt in der Regel für zuverlässige Haftung. Bei größeren Bauteilen kann eine etwas höhere Einstellung sinnvoll sein.
Braucht PETG einen geschlossenen Drucker?
Nein. PETG lässt sich problemlos mit offenen Druckern verarbeiten. Wichtig ist jedoch eine möglichst konstante Umgebung ohne starke Zugluft oder extreme Temperaturschwankungen.
Wie schnell sollte man PETG drucken?
Für saubere Ergebnisse empfiehlt sich eine moderate Druckgeschwindigkeit von 40–60 mm/s. Die erste Schicht sollte deutlich langsamer gedruckt werden, um eine stabile Haftung zu gewährleisten.

