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3D-Druck-Filamente sind empfindlicher gegenüber Feuchtigkeit, als viele Einsteiger zunächst vermuten. Besonders Materialien wie PETG oder Nylon nehmen Wasser aus der Umgebungsluft auf. Wird feuchtes Filament gedruckt, können verschiedene Probleme auftreten: stärkere Fädenbildung, raue Oberflächen oder ungleichmäßige Extrusion.
Das Filament richtig lagern ist daher ein wichtiger Bestandteil eines zuverlässigen 3D-Druck-Workflows. Mit einigen einfachen Maßnahmen lässt sich verhindern, dass Filament Feuchtigkeit aufnimmt und die Druckqualität leidet.
In diesem Artikel erfährst du, wie du PLA, PETG und ABS richtig lagerst und welche Lösungen sich in der Praxis bewährt haben.
Warum Filament Feuchtigkeit aufnimmt
Viele Kunststoffe sind hygroskopisch. Das bedeutet, dass sie Wasser aus der Umgebungsluft aufnehmen können. Je nach Material geschieht dies schneller oder langsamer.
Besonders empfindlich sind:
- Nylon
- PETG
- TPU
Etwas weniger empfindlich sind:
- PLA
- ABS
Wenn Filament Feuchtigkeit aufgenommen hat, verdampft das Wasser beim Drucken in der heißen Düse. Dadurch entstehen kleine Bläschen im Material, die sich negativ auf die Druckqualität auswirken.
Typische Symptome sind:
- knisternde Geräusche beim Drucken
- stärkere Fädenbildung
- unruhige Oberflächen
- schwankender Extrusionsfluss
Feuchtes Filament kann verschiedene Druckprobleme verursachen. Besonders häufig treten feine Kunststofffäden zwischen den Bauteilen auf. Wie du dieses Problem gezielt reduzierst, erfährst du im Artikel PETG Stringing vermeiden.
Neben Stringing kann feuchtes Filament auch zu Problemen bei der Haftung auf dem Druckbett führen. Welche Ursachen das haben kann und wie du sie behebst, erkläre ich im Artikel PETG haftet nicht – Ursachen und Lösungen.
Filament richtig lagern – die wichtigsten Grundregeln
Eine gute Filamentlagerung muss nicht kompliziert sein. Bereits einige einfache Maßnahmen können verhindern, dass Filament Feuchtigkeit aufnimmt.
Die wichtigsten Regeln sind:
- Filament möglichst luftdicht lagern
- Trockenmittel verwenden
- große Temperaturschwankungen vermeiden
- Filament nach dem Drucken wieder verpacken
Besonders wichtig ist eine möglichst luftdichte Aufbewahrung.
Auch die Qualität des Filaments spielt eine Rolle. Einige Materialien reagieren deutlich empfindlicher auf Feuchtigkeit als andere. Eine Übersicht empfehlenswerter Materialien findest du im Artikel bestes PETG Filament für Werkstattteile.
Luftdichte Boxen als einfache Lösung
Eine der einfachsten Methoden zur Filamentlagerung sind luftdichte Kunststoffboxen.
Diese Boxen haben mehrere Vorteile:
- geringe Kosten
- einfache Handhabung
- gute Feuchtigkeitskontrolle
Zusätzlich kann in der Box ein Trockenmittel platziert werden, das die Luftfeuchtigkeit reduziert.
Viele Anwender lagern mehrere Filamentspulen gemeinsam in einer größeren Box.
Trockenmittel verwenden
Trockenmittel spielen eine wichtige Rolle bei der Filamentlagerung. Besonders verbreitet ist Silicagel.
Silicagel hat die Fähigkeit, Feuchtigkeit aus der Luft aufzunehmen und zu binden.
Typische Lösungen sind:
- Silicagel-Beutel 👉1KG Silicagel auf Amazon ansehen
- wiederverwendbare Trockenmittelbehälter
- Trockenmittel mit Farbindikator
Der Farbindikator zeigt an, wenn das Trockenmittel gesättigt ist und regeneriert werden sollte.
Filament-Dryboxen
Für Anwender, die regelmäßig mit hygroskopischen Materialien arbeiten, kann eine spezielle Filament-Drybox sinnvoll sein.
Diese Geräte kombinieren:
- kontrollierte Luftfeuchtigkeit
- teilweise Heizfunktion
- Filamentzuführung während des Drucks (nicht bei allen Modellen)
Damit kann Filament direkt aus einer trockenen Umgebung heraus gedruckt werden.
Besonders bei PETG oder Nylon kann dies die Druckqualität deutlich verbessern.
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Wie lange bleibt Filament trocken?
Selbst bei guter Lagerung kann Filament mit der Zeit wieder Feuchtigkeit aufnehmen.
Die Geschwindigkeit hängt von mehreren Faktoren ab:
- Luftfeuchtigkeit im Raum
- Lagermethode
- Materialtyp
PLA kann oft mehrere Wochen offen liegen, ohne größere Probleme zu verursachen. PETG hingegen nimmt Feuchtigkeit deutlich schneller auf.
Deshalb empfiehlt es sich, Filament nach dem Drucken wieder in einer luftdichten Box zu lagern.
Filament vor dem Drucken trocknen
Wenn Filament bereits Feuchtigkeit aufgenommen hat, kann es vor dem Drucken getrocknet werden.
Typische Temperaturen:
PLA
≈ 40–45 °C
PETG
≈ 50–60 °C
ABS
≈ 45–50 °C
Das Filament wird dabei mehrere Stunden in einer kontrollierten Umgebung getrocknet.
Eine detaillierte Anleitung zum Trocknen von PETG findest du im entsprechenden Artikel zum PETG trocknen.
Fazit
Die richtige Lagerung von Filament ist ein wichtiger Faktor für gleichbleibend hohe Druckqualität. Besonders hygroskopische Materialien wie PETG profitieren von einer trockenen Lagerung.
Mit luftdichten Boxen, Trockenmitteln und einer sauberen Organisation lässt sich verhindern, dass Filament Feuchtigkeit aufnimmt. Dadurch werden typische Probleme wie Stringing oder unruhige Druckoberflächen deutlich reduziert.
Wer regelmäßig mit verschiedenen Materialien arbeitet, sollte daher eine einfache und zuverlässige Filamentlagerung in seinen Workflow integrieren.
Neben trockenem Filament spielen auch die richtigen Druckparameter eine wichtige Rolle für saubere Ergebnisse. Eine Übersicht der wichtigsten Einstellungen findest du im Leitfaden zu den optimalen PETG-Einstellungen.
Häufig gestellte Fragen zum Thema „Filament richtig lagern“:
Muss PLA trocken gelagert werden?
PLA ist weniger empfindlich gegenüber Feuchtigkeit als viele andere Filamente. Dennoch kann auch PLA mit der Zeit Wasser aufnehmen. Eine trockene Lagerung verbessert daher die Druckqualität.
Wie lange kann Filament offen liegen?
Das hängt stark vom Material und der Luftfeuchtigkeit ab. PLA kann oft mehrere Wochen offen liegen, während PETG bereits nach wenigen Tagen Feuchtigkeit aufnehmen kann.
Wie erkennt man feuchtes Filament?
Typische Anzeichen sind knisternde Geräusche beim Drucken, kleine Bläschen im Material und verstärktes Stringing.
Kann man Filament im Backofen trocknen?
Grundsätzlich ja, allerdings nur bei sehr niedrigen Temperaturen und mit Vorsicht. Spezielle Filament-Dryer oder Dörrgeräte sind in der Praxis sicherer.
Kommentare
5 Kommentare zu „Filament richtig lagern – So bleiben PLA, PETG und ABS trocken“
[…] Damit Filament gar nicht erst Feuchtigkeit aufnimmt, ist eine richtige Lagerung wichtig. Tipps dazu findest du im Artikel Filament richtig lagern. […]
[…] Damit Filament gar nicht erst Feuchtigkeit aufnimmt, lohnt sich eine geeignete Lagerung. Welche Methoden sich bewährt haben, erfährst du im Artikel Filament richtig lagern. […]
[…] 👉 [Filament richtig lagern] […]
[…] Gerade feuchtes Filament kann Druckprobleme verursachen. Tipps zur richtigen Lagerung findest du im Artikel Filament richtig lagern. […]
[…] Um solche Probleme zu vermeiden, sollte Filament möglichst trocken gelagert werden. Tipps dazu findest du im Beitrag Filament richtig lagern. […]