Der Bambu Lab P1S gehört seit Jahren zu den beliebtesten geschlossenen 3D-Druckern. Mit dem P2S hat Bambu Lab inzwischen einen moderneren Nachfolger vorgestellt, der unter anderem einen stärkeren Extruder, einen großen Touchscreen, eine bessere Kamera, eine automatische Flow-Kalibrierung und eine komfortablere Hotend-Lösung bietet.
Trotzdem bleibt der P1S weiterhin erhältlich – und ist mittlerweile teilweise deutlich günstiger. Damit stellt sich 2026 eine besonders interessante Kaufentscheidung: P1S oder P2S – lohnt sich der Aufpreis zum neuen Modell wirklich?
Die kurze Antwort lautet: Der P2S ist technisch der klar bessere und komfortablere Drucker. Der P1S bietet jedoch weiterhin eine sehr gute Druckqualität und kann bei einem entsprechend großen Preisunterschied das bessere Preis-Leistungs-Verhältnis haben. Besonders spannend sind günstige P1S-Pakete mit AMS oder AMS 2 Pro.
In diesem Vergleich erfährst du, worin sich Bambu Lab P1S und P2S unterscheiden, welches Modell für Einsteiger und Werkstattteile besser geeignet ist und ob sich ein Upgrade für vorhandene P1S-Besitzer lohnt.
Kurzempfehlung:
- Du möchtest möglichst günstig einen zuverlässigen, geschlossenen Bambu-Drucker kaufen? Dann ist der P1S weiterhin eine starke Wahl.
- Du möchtest den moderneren Drucker mit Touchscreen, besserer Kamera, stärkerem Extruder und automatischer Flow-Kalibrierung? Dann lohnt sich der P2S.
- Du willst direkt mit Multicolor und Filamenttrocknung starten? Dann solltest du P1S AMS 2 Pro Combo und P2S Combo direkt preislich vergleichen.
- Du besitzt bereits einen funktionierenden P1S? Dann lohnt sich ein Wechsel auf den P2S für die meisten Nutzer nicht allein wegen der Druckqualität.
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Inhaltsverzeichnis
- Bambu Lab P1S vs P2S: Technische Daten im Vergleich
- Ist der Bambu Lab P1S 2026 noch aktuell?
- Was macht der Bambu Lab P2S besser?
- Druckqualität: Druckt der P2S sichtbar besser als der P1S?
- Bedienung: Der Touchscreen ist einer der größten Unterschiede
- Extruder und Flow-Kalibrierung
- Kühlsystem und geschlossener Bauraum
- P1S oder P2S für ABS, ASA und technische Filamente?
- Kamera und Fehlererkennung
- Hotend und Düsenwechsel
- P1S Combo vs P2S Combo: Welches AMS ist dabei?
- P1S oder P2S für Einsteiger?
- P1S oder P2S für die Werkstatt und gewerbliche Nutzung?
- Lohnt sich das Upgrade vom P1S auf den P2S?
- Was spricht 2026 noch für den P1S?
- Was spricht für den P2S?
- P1S vs P2S: Kaufempfehlung nach Nutzertyp
- Wie groß darf der Preisunterschied sein?
- Fazit: Bambu Lab P1S oder P2S?
- FAQ: Häufige Fragen zu Bambu Lab P1S und P2S
- Ist der Bambu Lab P2S der Nachfolger des P1S?
- Kann man den Bambu Lab P1S 2026 noch kaufen?
- Druckt der P2S besser als der P1S?
- Haben P1S und P2S denselben Bauraum?
- Hat der P2S eine beheizte Druckkammer?
- Welcher Drucker ist besser für ABS und ASA?
- Welcher Drucker ist besser für Carbonfilamente?
- Ist der P2S mit dem AMS kompatibel?
- Kann der P1S mit dem AMS 2 Pro verwendet werden?
- Lohnt sich der Wechsel vom P1S zum P2S?
- P1S Combo oder P2S Combo – welche Variante ist besser?
Bambu Lab P1S vs P2S: Technische Daten im Vergleich
| Eigenschaft | Bambu Lab P1S | Bambu Lab P2S |
|---|---|---|
| Bauweise | CoreXY, geschlossen | CoreXY, geschlossen |
| Bauraum | 256 × 256 × 256 mm | 256 × 256 × 256 mm |
| Maximale Düsentemperatur | 300 °C | 300 °C |
| Maximale Betttemperatur | 100 °C | 110 °C |
| Standarddüse | 0,4 mm Edelstahl | 0,4 mm gehärteter Stahl |
| Extruder | klassischer Direct-Drive-Extruder | PMSM-Servoextruder |
| Maximale Extrusionskraft | geringer als beim P2S | bis zu 8,5 kg |
| Flow-Kalibrierung | Pressure Advance, manuell beziehungsweise profilabhängig | automatische Flow-Dynamics-Kalibrierung |
| Bedienung am Drucker | kleines LC-Display mit Tasten | 5-Zoll-Touchscreen |
| Kamera | einfache Kammerkamera | 1080p-Kamera mit höherer Bildrate |
| Fehlererkennung | eingeschränkt | KI-gestützte Fehlererkennung |
| Hotend-Wechsel | klassische Hotend-Montage mit Steckverbindungen | Quick-Swap-Hotend mit Clipmechanismus |
| Kühlsystem | klassische Kammer- und Bauteilkühlung | Adaptive Airflow System |
| Mehrfarbdruck | AMS und AMS 2 Pro kompatibel | AMS 2 Pro und weitere AMS-Systeme kompatibel |
| Combo-System | je nach Angebot AMS oder AMS 2 Pro | serienmäßig AMS 2 Pro |
| Typische Stärke | Preis-Leistung und bewährte Zuverlässigkeit | Komfort, Überwachung und modernere Technik |
Der wichtigste Punkt in der Tabelle ist nicht die Geschwindigkeit. Beide Drucker sind schnelle CoreXY-Geräte und bieten denselben Bauraum. Die Unterschiede liegen vor allem bei Bedienkomfort, Extrusionskontrolle, Überwachung, Materialtauglichkeit und Wartung.
Ist der Bambu Lab P1S 2026 noch aktuell?
Ja. Bambu Lab hat bei der Einführung des P2S ausdrücklich erklärt, dass der P1S weiterhin angeboten und unterstützt werden soll. Der P1S ist also nicht automatisch ein eingestelltes Auslaufmodell ohne Zukunft.
Das ist nachvollziehbar: Der P1S hat sich als zuverlässiger und produktiver Drucker etabliert. Er bietet einen geschlossenen Bauraum, CoreXY-Kinematik, automatische Druckbettnivellierung, Vibrationskompensation und ein All-Metal-Hotend mit bis zu 300 °C.
Der Drucker verarbeitet typische Materialien wie:
- PLA
- PETG
- TPU über die externe Zuführung
- ABS
- ASA
- ausgewählte technische Filamente
- mit passenden Verschleißteilen teilweise auch faserverstärkte Materialien
Ich nutze selbst einen Bambu Lab P1S mit AMS. Für typische Alltagsdrucke, Werkstattteile und längere Druckaufträge ist der Drucker weiterhin schnell, zuverlässig und unkompliziert. Die größten Schwächen betreffen weniger die eigentliche Druckqualität als die mittlerweile veraltete Bedienung, die einfache Kamera und einige fehlende Komfortfunktionen.
Wenn du nicht ausschließlich zwischen diesen beiden Modellen schwankst, findest du weitere Alternativen in meinem 3D-Drucker-Vergleich mit den besten Modellen unter 600 Euro.
Was macht der Bambu Lab P2S besser?
Der P2S übernimmt das grundsätzliche Erfolgsrezept des P1S, wurde technisch aber an vielen Stellen modernisiert. Dabei handelt es sich nicht einfach nur um einen P1S mit neuem Bildschirm.
Zu den wichtigsten Verbesserungen gehören:
- 5-Zoll-Touchscreen
- überarbeitete Benutzeroberfläche
- stärkerer PMSM-Servoextruder
- automatische Flow-Dynamics-Kalibrierung
- Erkennung von Filamentproblemen und Verstopfungen
- Adaptive Airflow System
- KI-gestützte Fehlererkennung
- bessere Kamera mit 1080p-Livestream
- komfortabler Hotend-Wechsel
- gehärtete Düse und Extrusionskomponenten
- modernere AMS-Integration
Der P2S ist damit vor allem komfortabler und besser überwacht. Er versucht, typische Fehler früher zu erkennen und dem Nutzer weniger manuelle Kontrolle abzuverlangen.
Druckqualität: Druckt der P2S sichtbar besser als der P1S?
Bei sauber eingestellten Standardmaterialien wie PLA und PETG kann der Unterschied geringer ausfallen, als die lange Liste neuer Funktionen vermuten lässt.
Der P1S liefert bereits eine sehr gute und reproduzierbare Druckqualität. Wer passende Filamentprofile verwendet, sein Filament trocken hält und den Drucker regelmäßig wartet, erhält auch 2026 sehr saubere Ergebnisse.
Der P2S hat dennoch technische Vorteile. Seine automatische Flow-Dynamics-Kalibrierung kann den Materialfluss genauer an das verwendete Filament anpassen. Der Servoextruder überwacht Widerstand und Position und soll Probleme wie Filamentabrieb oder Verstopfungen frühzeitig erkennen.
Die Verbesserungen zeigen sich deshalb weniger darin, dass jeder einzelne P2S-Druck dramatisch besser aussieht. Der größere Vorteil liegt in:
- zuverlässigerem Materialfluss
- weniger manueller Kalibrierung
- besserer Kontrolle bei hohen Durchflussraten
- früherer Erkennung von Problemen
- konstanteren Ergebnissen bei wechselnden Filamenten
- komfortablerem Umgang mit anspruchsvolleren Materialien
Wenn du hauptsächlich PLA und PETG mit bewährten Profilen druckst, ist die Druckqualität allein kein zwingender Grund, den P2S zu wählen. Bei häufig wechselnden oder technischen Filamenten werden die Verbesserungen interessanter.
Wie du die wichtigsten Parameter in Bambu Studio richtig einstellst, erfährst du unter Bambu Studio Einstellungen erklärt.
Bedienung: Der Touchscreen ist einer der größten Unterschiede
Der P1S besitzt ein kleines LC-Display mit Richtungstasten. Die wichtigsten Funktionen lassen sich darüber bedienen, komfortabel ist das System aber nicht. Viele Einstellungen werden deshalb über Bambu Studio oder die Bambu Handy App vorgenommen.
Der P2S besitzt einen 5 Zoll großen Touchscreen mit einer überarbeiteten Benutzeroberfläche. Einstellungen, Statusanzeigen und Anleitungen werden deutlich übersichtlicher dargestellt.
Gerade für Einsteiger ist das ein spürbarer Vorteil. Auch beim Filamentwechsel, bei Fehlermeldungen und bei Wartungsschritten ist eine moderne grafische Oberfläche angenehmer.
Wer seinen Drucker ohnehin fast ausschließlich über den PC oder das Smartphone steuert, kann mit dem einfachen Display des P1S gut leben. Wer häufiger direkt am Gerät arbeitet, wird den P2S deutlich komfortabler finden.
Extruder und Flow-Kalibrierung
Der P2S verwendet einen PMSM-Servoextruder, der laut Bambu Lab bis zu 8,5 kg Extrusionskraft erreicht. Das sind nach Herstellerangaben rund 70 Prozent mehr als beim Vorgänger.
Der Extruder misst Widerstand und Position mit hoher Frequenz. Dadurch kann der Drucker erkennen, wenn Filament durchrutscht, sich abschleift oder eine Verstopfung entsteht.
Zusätzlich führt der P2S eine automatische Flow-Dynamics-Kalibrierung durch. Ein Sensor erfasst den Druck an der Düse, woraufhin der Materialfluss angepasst wird.
Der P1S besitzt ebenfalls Pressure Advance und Vibrationskompensation, bietet aber nicht die gleiche automatische Überwachung und Flow-Erfassung.
In der Praxis bedeutet das:
- Beim P1S sind gute Filamentprofile besonders wichtig.
- Der P2S kann sich leichter an unterschiedliche Filamente anpassen.
- Probleme mit der Extrusion können beim P2S früher erkannt werden.
- Für einfache Standardfilamente bleibt der P1S trotzdem vollkommen ausreichend.
Wenn Drucke Lücken, ungleichmäßige Wände oder eine Überextrusion zeigen, hilft dir mein Ratgeber Flow kalibrieren und Über- oder Unterextrusion vermeiden.
Kühlsystem und geschlossener Bauraum
Sowohl P1S als auch P2S sind vollständig geschlossen. Das ist besonders bei ABS, ASA und anderen Materialien hilfreich, die empfindlich auf Zugluft und Temperaturschwankungen reagieren.
Der P2S ergänzt den geschlossenen Aufbau durch ein Adaptive Airflow System. Dabei kann der Drucker für niedrig temperierte Filamente wie PLA kühlere Außenluft zuführen. Dadurch soll auch bei geschlossener Tür ausreichend Kühlung möglich sein.
Bei technischen Filamenten kann das System die Wärme dagegen besser im Bauraum halten und die Luft über den Filter führen.
Der P1S besitzt ebenfalls mehrere Lüfter und einen Aktivkohlefilter. Beim Drucken von PLA wird jedoch häufig empfohlen, Tür oder Deckel zu öffnen, damit sich im Innenraum nicht zu viel Wärme staut.
Das Kühlsystem des P2S ist damit flexibler:
- bessere Kühlung für PLA bei geschlossener Tür
- gezielterer Wärmeerhalt bei ABS und ASA
- weniger manuelles Öffnen und Schließen
- komfortablerer Wechsel zwischen unterschiedlichen Materialien
Wichtig: Auch der P2S besitzt keine aktiv beheizte Druckkammer. Das System kann vorhandene Wärme besser halten und steuern, ersetzt aber keinen Drucker mit echter Kammerheizung.
Mehr zur Bedeutung geschlossener Druckräume findest du im Artikel 3D-Drucker-Gehäuse: Braucht man ein Enclosure wirklich?.
P1S oder P2S für ABS, ASA und technische Filamente?
Für ABS und ASA sind grundsätzlich beide Drucker geeignet. Beide verfügen über einen geschlossenen Bauraum und ein Hotend mit bis zu 300 °C.
Der P2S bietet allerdings einige Vorteile:
- 110 statt 100 °C maximale Betttemperatur
- gehärtete Düse ab Werk
- gehärtete Extrusionskomponenten
- stärkerer Extruder
- automatische Flow-Kalibrierung
- besser geregelter Luftstrom
- verbesserte Überwachung
Wer häufig faserverstärkte Filamente drucken möchte, ist mit dem P2S ab Werk besser aufgestellt. Beim P1S müssen abhängig vom Material eine gehärtete Düse und gehärtete Extruderzahnräder nachgerüstet werden.
Für gelegentliche ABS- und ASA-Drucke reicht der P1S weiterhin aus. Wenn technische Filamente einen großen Teil deiner Projekte ausmachen, ist der P2S die zukunftssicherere Wahl.
Hilfreiche Einstellungen findest du in meinen Anleitungen zu ABS richtig einstellen und ASA richtig einstellen.
Kamera und Fehlererkennung
Die Kamera ist eine der deutlichsten Schwächen des P1S. Sie reicht aus, um aus der Ferne zu prüfen, ob der Druck grundsätzlich noch läuft. Für eine flüssige Überwachung oder hochwertige Zeitraffer ist sie aber nur eingeschränkt geeignet.
Der P2S verfügt über eine 1080p-Kamera mit höherer Bildrate und verbesserter Beleuchtung. Dadurch wird die Fernüberwachung wesentlich brauchbarer.
Zusätzlich verwendet der P2S eine KI-gestützte Bilderkennung. Sie soll unter anderem folgende Probleme erkennen:
- Spaghetti-Fehler
- Filamentansammlungen an der Düse
- Drucken ohne korrekte Materialablage
- möglicherweise falsche Bauplatte
- Abweichungen zwischen eingesetzter Düse und Slicer-Einstellung
Eine automatische Fehlererkennung bietet keine vollständige Sicherheit. Sie kann bei langen oder unbeaufsichtigten Druckaufträgen aber Material, Zeit und im schlimmsten Fall Schäden am Hotend sparen.
Eine Übersicht typischer Fehlerbilder und Lösungen findest du unter 3D-Druck-Fehler: Die 20 häufigsten Probleme.
Hotend und Düsenwechsel
Beim P1S ist ein Hotend-Wechsel grundsätzlich unkompliziert, erfordert aber das Lösen von Steckverbindungen und Befestigungsschrauben. Wer regelmäßig zwischen 0,2-, 0,4- und 0,6-mm-Düsen wechselt, empfindet das auf Dauer möglicherweise als umständlich.
Der P2S besitzt ein Quick-Swap-System. Das Hotend kann über einen Clipmechanismus gelöst werden, ohne jedes Mal elektrische Steckverbindungen trennen zu müssen.
Das ist besonders interessant, wenn du:
- mit einer 0,2-mm-Düse feine Details druckst,
- mit einer 0,6-mm-Düse schneller produzieren möchtest,
- abrasive Filamente verwendest,
- häufig zwischen unterschiedlichen Düsen wechselst.
Wenn du dauerhaft bei der üblichen 0,4-mm-Düse bleibst, ist dieser Vorteil weniger entscheidend.
Welche Düse zu welchem Projekt passt, erfährst du unter Nozzle-Größe richtig wählen: 0,2, 0,4 und 0,6 mm im Vergleich.
P1S Combo vs P2S Combo: Welches AMS ist dabei?
Beim Kauf einer Combo muss genau auf das jeweilige Angebot geachtet werden.
Ältere P1S-Combo-Pakete enthalten häufig das AMS der ersten Generation. Mittlerweile werden aber auch P1S-Pakete mit dem neueren AMS 2 Pro angeboten. Diese können preislich besonders attraktiv sein.
Der P2S Combo wird standardmäßig mit dem AMS 2 Pro angeboten.
Das AMS 2 Pro bietet gegenüber dem ursprünglichen AMS unter anderem:
- aktive Filamenttrocknung bis 65 °C
- aktive Feuchtigkeitsabfuhr
- automatische Spulendrehung beim Trocknen
- schnellere Filamentzuführung
- verbesserte Wartungsmöglichkeiten
- genauere Temperatur- und Feuchtigkeitserfassung
- modernere Integration in das Bambu-System
Wenn du einen P1S Combo kaufst, solltest du deshalb nicht nur den Preis betrachten. Prüfe immer, ob das alte AMS oder das AMS 2 Pro enthalten ist.
Den ausführlichen Vergleich der Trocknungslösungen findest du unter Filament im Bambu AMS trocknen: AMS 2 Pro, AMS HT oder SUNLU AMS Heater.
Welche Kosten und welcher Materialverbrauch beim Mehrfarbdruck entstehen, erkläre ich unter Multicolor-3D-Druck mit Bambu AMS.
P1S oder P2S für Einsteiger?
Beide Drucker sind grundsätzlich einsteigerfreundlich. Automatische Druckbettnivellierung, fertige Filamentprofile und die gute Integration von Bambu Studio sorgen dafür, dass erste Drucke schnell gelingen können.
Der P2S ist dennoch das rundere Einsteigergerät:
- verständlicher Touchscreen
- bessere Fehlermeldungen
- automatische Flow-Kalibrierung
- bessere Kamera
- KI-Fehlererkennung
- komfortablerer Düsenwechsel
- weniger manuelle Kontrolle notwendig
Der P1S ist dagegen für Einsteiger interessant, die möglichst günstig in die geschlossene CoreXY-Klasse einsteigen möchten und kein Problem damit haben, den Drucker überwiegend über App und PC zu bedienen.
Weitere geeignete Modelle findest du im Vergleich 3D-Drucker für Einsteiger 2026.
P1S oder P2S für die Werkstatt und gewerbliche Nutzung?
Für Werkstattteile und kleine Serien bleibt der P1S sehr interessant. Seine Technik ist erprobt, Ersatzteile sind gut verfügbar und der niedrigere Anschaffungspreis kann beim Aufbau einer kleinen Druckerflotte entscheidend sein.
Der P2S bietet dagegen Vorteile, wenn Ausfallzeiten und Überwachung besonders wichtig sind:
- bessere Erkennung von Druckfehlern
- Erkennung von Extrusionsproblemen
- höhere Extrusionskraft
- bessere Kamera
- schnellerer Düsenwechsel
- bessere Ausstattung für abrasive Filamente
Für einen einzelnen Drucker oder eine kleine gewerbliche Produktion würde ich heute eher zum P2S tendieren, sofern der Aufpreis überschaubar bleibt. Beim Aufbau einer größeren Druckerfarm kann der günstigere P1S weiterhin wirtschaftlicher sein.
Welcher Drucker für funktionale Bauteile geeignet ist, erfährst du auch im Ratgeber 3D-Drucker für die Werkstatt.
Lohnt sich das Upgrade vom P1S auf den P2S?
Wenn du bereits einen zuverlässig funktionierenden P1S besitzt, lohnt sich der Wechsel für die meisten Anwender nicht allein wegen der Druckqualität.
Der P2S ist komfortabler und moderner, aber:
- der Bauraum bleibt gleich,
- die maximale Düsentemperatur bleibt bei 300 °C,
- der grundsätzliche CoreXY-Aufbau bleibt ähnlich,
- der P1S druckt PLA, PETG, ABS und ASA weiterhin sehr gut,
- die meisten vorhandenen Projekte werden auf dem P2S nicht plötzlich deutlich besser aussehen.
Ein Upgrade kann sich lohnen, wenn du:
- häufig technische oder faserverstärkte Filamente druckst,
- eine bessere Kamera und Fehlererkennung benötigst,
- regelmäßig unterschiedliche Düsen verwendest,
- Wert auf den Touchscreen legst,
- Extrusionsprobleme möglichst früh erkennen möchtest,
- ohnehin einen weiteren Drucker anschaffen willst.
Wenn du dagegen mit deinem P1S zufrieden bist, ist es meist wirtschaftlicher, ihn weiterzuverwenden und gezielt aufzurüsten. Sinnvolle Verbesserungen können eine gehärtete Düse, gehärtete Extruderzahnräder, eine zusätzliche Druckplatte oder eine bessere Filamenttrocknung sein.
Eine umfassende Übersicht findest du in meinem 3D-Druck-Zubehör-Guide mit über 50 Tools und Upgrades.
Was spricht 2026 noch für den P1S?
Der P1S bleibt interessant, weil er:
- deutlich günstiger sein kann,
- eine sehr gute Druckqualität bietet,
- zuverlässig und weit verbreitet ist,
- einen geschlossenen Bauraum besitzt,
- schnell druckt,
- mit AMS und AMS 2 Pro funktioniert,
- für PLA, PETG, ABS und ASA geeignet ist,
- gut mit Ersatzteilen und Zubehör versorgt wird,
- für Druckfarmen wirtschaftlich attraktiv sein kann.
Besonders bei einem Preis um 380 Euro ist der P1S weiterhin ein sehr starkes Angebot. Käufer sollten aber auf Aktionspreise und die jeweilige Combo-Ausstattung achten.
➡️ Aktuellen Preis des Bambu Lab P1S prüfen
Was spricht für den P2S?
Der P2S ist die bessere Wahl, wenn du:
- einen aktuellen Drucker neu kaufen möchtest,
- mehr Bedienkomfort erwartest,
- eine gute Kamera benötigst,
- Wert auf automatische Fehlererkennung legst,
- unterschiedliche Filamente ohne viel Kalibrierung verwendest,
- häufiger Düsen wechselst,
- abrasive oder technische Filamente drucken möchtest,
- direkt ein modernes AMS-2-Pro-System einsetzen willst.
Der P2S ist nicht zwingend notwendig, um gute Drucke zu erhalten. Er reduziert aber manuelle Arbeit und bietet mehr Sicherheit und Komfort.
➡️ Aktuellen Preis des Bambu Lab P2S prüfen
P1S vs P2S: Kaufempfehlung nach Nutzertyp
| Nutzertyp | Empfehlung | Begründung |
|---|---|---|
| Preisbewusster Einsteiger | P1S | sehr gute Druckqualität zum niedrigeren Preis |
| Einsteiger mit Komfortanspruch | P2S | Touchscreen, Automatik und bessere Fehlererkennung |
| PLA- und PETG-Nutzer | P1S | P2S-Vorteile sind weniger entscheidend |
| ABS- und ASA-Nutzer | P2S bei kleinem Preisabstand | bessere Luftführung und höhere Betttemperatur |
| Technische und abrasive Filamente | P2S | gehärtete Komponenten und stärkerer Extruder |
| Multicolor-Einstieg | günstigstes Paket mit AMS 2 Pro | konkreten Combo-Inhalt prüfen |
| Bestehender P1S-Besitzer | P1S behalten | Wechsel bringt meist zu wenig Mehrwert |
| Druckfarm oder Kleinserie | abhängig vom Preis | P1S günstiger, P2S besser überwacht |
| Häufiger Düsenwechsel | P2S | komfortables Quick-Swap-Hotend |
| Fernüberwachung wichtig | P2S | deutlich bessere Kamera und Fehlererkennung |
Wie groß darf der Preisunterschied sein?
Der Preis entscheidet bei diesem Vergleich besonders stark.
Als grobe Orientierung würde ich die Modelle so einordnen:
- Bis ungefähr 100 Euro Preisunterschied: Der P2S ist für einen Neukauf meist die bessere Wahl.
- Etwa 100 bis 180 Euro Preisunterschied: Die Entscheidung hängt von Komfort, Kamera und verwendeten Materialien ab.
- Mehr als ungefähr 180 Euro Preisunterschied: Der P1S bietet häufig das bessere Preis-Leistungs-Verhältnis.
- P1S mit AMS 2 Pro zum Preis eines einzelnen P2S: Das P1S-Paket ist für Multicolor-Nutzer meist attraktiver.
- Ähnlicher Preis bei beiden Combo-Paketen: Dann würde ich den P2S Combo wählen.
Diese Grenzen sind keine festen Regeln. Wer ausschließlich PLA druckt, kann auch bei einem kleinen Preisunterschied mit dem P1S zufrieden sein. Wer technische Filamente verarbeitet oder eine zuverlässige Überwachung braucht, profitiert stärker vom P2S.
Fazit: Bambu Lab P1S oder P2S?
Im Vergleich Bambu Lab P1S vs P2S ist der P2S technisch der bessere Drucker. Der Touchscreen, der Servoextruder, die automatische Flow-Kalibrierung, die bessere Kamera, die KI-Fehlererkennung und das Quick-Swap-Hotend machen ihn komfortabler und vielseitiger.
Das bedeutet aber nicht, dass der P1S 2026 keine gute Wahl mehr ist. Seine Druckqualität ist weiterhin sehr gut, der geschlossene Bauraum eignet sich für viele Materialien und die inzwischen niedrigeren Preise machen ihn zu einem starken Preis-Leistungs-Angebot.
Meine Empfehlung:
- Bester günstiger Allrounder: Bambu Lab P1S
- Bester moderner Allrounder: Bambu Lab P2S
- Beste Wahl für technische Filamente: Bambu Lab P2S
- Beste Wahl für preisbewusste Multicolor-Nutzer: günstigstes P1S-Paket mit AMS 2 Pro
- Beste Wahl bei ähnlich teuren Combo-Paketen: Bambu Lab P2S Combo
- Empfehlung für vorhandene P1S-Besitzer: P1S behalten und gezielt aufrüsten
Der P2S lohnt sich vor allem bei einer Neuanschaffung und einem überschaubaren Preisunterschied. Wer bereits einen P1S besitzt oder ein stark reduziertes P1S-Angebot findet, bekommt weiterhin einen sehr leistungsfähigen 3D-Drucker.
Wenn du auch andere aktuelle Bambu-Modelle einbeziehen möchtest, findest du unter Bambu Lab X2D vs P2S vs H2D den Vergleich mit den höher positionierten Modellen.
FAQ: Häufige Fragen zu Bambu Lab P1S und P2S
Ist der Bambu Lab P2S der Nachfolger des P1S?
Ja, der P2S ist die modernisierte Weiterentwicklung der P-Serie. Der P1S bleibt laut Bambu Lab trotzdem weiterhin erhältlich und soll vollständig unterstützt werden.
Kann man den Bambu Lab P1S 2026 noch kaufen?
Ja, der P1S wird weiterhin im offiziellen Bambu-Lab-Sortiment und bei verschiedenen Händlern angeboten. Er ist nicht nur gebraucht oder als einzelner Restbestand erhältlich.
Druckt der P2S besser als der P1S?
Der P2S bietet eine automatische Flow-Kalibrierung, einen stärkeren Extruder und eine bessere Überwachung. Bei gut eingestellten PLA- und PETG-Profilen kann der sichtbare Unterschied zum P1S trotzdem relativ klein sein.
Haben P1S und P2S denselben Bauraum?
Ja, beide Drucker besitzen einen Bauraum von 256 × 256 × 256 mm.
Hat der P2S eine beheizte Druckkammer?
Nein. Der P2S kann die Wärme durch sein Adaptive Airflow System besser im Bauraum halten, besitzt aber keine aktiv beheizte Kammer.
Welcher Drucker ist besser für ABS und ASA?
Beide Drucker eignen sich grundsätzlich für ABS und ASA. Der P2S bietet mit bis zu 110 °C Betttemperatur, besserer Luftsteuerung und automatischer Flow-Kalibrierung etwas mehr Komfort und Reserve.
Welcher Drucker ist besser für Carbonfilamente?
Der P2S ist ab Werk besser für abrasive und faserverstärkte Materialien ausgestattet. Beim P1S können eine gehärtete Düse und gehärtete Extruderzahnräder nachgerüstet werden.
Ist der P2S mit dem AMS kompatibel?
Ja. Der P2S unterstützt das AMS 2 Pro und weitere kompatible AMS-Systeme. Der P2S Combo wird standardmäßig mit einem AMS 2 Pro angeboten.
Kann der P1S mit dem AMS 2 Pro verwendet werden?
Ja, das AMS 2 Pro kann auch mit dem P1S verwendet werden. Für die Trocknungsfunktion kann abhängig vom Anschluss und Lieferumfang ein zusätzlicher Netzadapter erforderlich sein.
Lohnt sich der Wechsel vom P1S zum P2S?
Für die meisten P1S-Besitzer lohnt sich ein Wechsel nicht allein wegen der Druckqualität. Interessant wird er bei häufigem Düsenwechsel, technischen Filamenten, besserer Fernüberwachung oder dem Wunsch nach automatischer Fehlererkennung.
P1S Combo oder P2S Combo – welche Variante ist besser?
Bei einem ähnlichen Preis ist der P2S Combo die bessere Wahl. Ist ein P1S-Paket mit AMS 2 Pro deutlich günstiger, kann dieses das bessere Preis-Leistungs-Verhältnis bieten.








