PETG trocknen – So vermeidest du Stringing und Blasenbildung beim 3D-Druck

PETG ist hygroskopisch – das bedeutet, das Filament nimmt Feuchtigkeit aus der Umgebungsluft auf. Schon nach wenigen Tagen in einer normalen Werkstatt kann sich die Druckqualität sichtbar verschlechtern. Typische Anzeichen sind verstärktes Stringing, kleine Blasen im Material oder eine raue Oberfläche.

Wer PETG zuverlässig drucken möchte, sollte daher wissen, wann und wie das Filament richtig getrocknet wird.

Damit Filament gar nicht erst Feuchtigkeit aufnimmt, ist eine richtige Lagerung wichtig. Tipps dazu findest du im Artikel Filament richtig lagern.

Warum nimmt PETG Feuchtigkeit auf?

PETG gehört zu den Kunststoffen, die Wasser aus der Luft binden. Besonders bei hoher Luftfeuchtigkeit oder längerer Lagerung außerhalb luftdichter Verpackungen kann sich Feuchtigkeit im Material anreichern.

Beim Drucken verdampft dieses Wasser in der heißen Düse – es entstehen:

  • kleine Knistergeräusche
  • sichtbare Dampfblasen
  • Fädenbildung
  • unruhige Oberflächen

Woran erkennt man feuchtes PETG?

Typische Symptome:

  • Starkes Stringing trotz korrekter Retraction
  • Kleine Bläschen oder unruhige Linien
  • Knackende Geräusche beim Drucken
  • Schwankender Extrusionsfluss

Wenn mehrere dieser Punkte auftreten, ist Feuchtigkeit oft die Ursache.

Wenn du trotz korrekter Einstellungen Probleme mit schlechter Haftung oder starker Fädenbildung hast, kann auch feuchtes Filament die Ursache sein. Weitere typische Haftungsprobleme bei PETG habe ich hier im Detail erklärt.

Feuchtes PETG kann nicht nur Bläschen im Material verursachen, sondern auch verstärkt zu Fädenbildung führen. Wie du dieses typische Druckproblem reduzierst, erfährst du im Artikel PETG Stringing vermeiden.

PETG richtig trocknen – Temperatur und Dauer

Empfohlene Werte:

  • Temperatur: 50–60 °C
  • Dauer: 4–6 Stunden
  • Bei stark feuchtem Filament: bis zu 8 Stunden

Wichtig:

Nicht zu heiß trocknen – PETG kann sich bei zu hohen Temperaturen verformen.

Neben der richtigen Trocknung spielen auch passende Druckeinstellungen eine wichtige Rolle. Welche Temperatur- und Retraction-Werte sich bewährt haben, findest du hier im Überblick.

Methoden zum Trocknen von PETG

1️⃣ Filament-Trockner (empfohlen)

  • Konstante Temperatur
  • Schonend
  • Teilweise direktes Drucken aus dem Gerät möglich

(SPÄTER Monetarisierung möglich)


2️⃣ Backofen (mit Vorsicht)

  • Umluft
  • Niedrige Temperatur
  • Separates Thermometer nutzen

Risiko: Ungenaue Haushaltsöfen können zu heiß werden.


3️⃣ Dörrgerät

Viele Anwender nutzen Dörrgeräte erfolgreich, da sie stabile Temperaturen liefern.

Wie lange bleibt PETG trocken?

Nach dem Trocknen sollte das Filament:

  • luftdicht gelagert werden
  • mit Silicagel aufbewahrt werden

In normaler Raumluft kann PETG innerhalb weniger Tage erneut Feuchtigkeit aufnehmen.

Muss man neues PETG immer trocknen?

Nicht zwingend.
Wenn die Vakuumverpackung intakt war, kann das Filament sofort verwendet werden. Bei längerer Lagerung oder sichtbaren Problemen empfiehlt sich jedoch ein kurzer Trocknungsvorgang.

Auch die Qualität des verwendeten Filaments kann einen Unterschied machen. Eine Übersicht empfehlenswerter PETG-Filamente findest du hier im Vergleich.

Fazit

Feuchtes PETG ist eine der häufigsten Ursachen für Stringing und unruhige Druckbilder. Mit der richtigen Trocknung bei 50–60 °C über mehrere Stunden lässt sich die Druckqualität deutlich verbessern.

Wer regelmäßig PETG nutzt, sollte eine geeignete Trocknungslösung in Betracht ziehen – besonders in Werkstätten mit schwankender Luftfeuchtigkeit.

Häufige Fragen zum Trocknen von PETG

Bei welcher Temperatur sollte man PETG trocknen?

PETG sollte in der Regel bei 50–60 °C getrocknet werden. Höhere Temperaturen können das Filament verformen oder die Spule beschädigen. Wichtig ist eine möglichst konstante Temperatur über mehrere Stunden.

Wie lange muss PETG getrocknet werden?

Für leicht feuchtes Filament reichen meist 4–6 Stunden. Ist das PETG stark mit Feuchtigkeit gesättigt, kann eine Trocknungsdauer von 6–8 Stunden sinnvoll sein.

Kann man PETG im Backofen trocknen?

Grundsätzlich ja, allerdings mit Vorsicht. Haushaltsöfen schwanken häufig in der Temperatur. Ein separates Ofenthermometer ist empfehlenswert, um Überhitzung zu vermeiden.

Muss man neues PETG vor dem Drucken trocknen?

Wenn die Vakuumverpackung unbeschädigt ist, kann neues PETG in der Regel direkt verwendet werden. Bei längerer Lagerung oder sichtbaren Druckproblemen empfiehlt sich jedoch eine kurze Trocknung.

Woran erkennt man, dass PETG wieder trocken ist?

Nach dem Trocknen sollte das Filament beim Drucken keine Knistergeräusche mehr verursachen. Die Oberfläche wirkt gleichmäßiger, und Stringing reduziert sich deutlich.

Wie lagert man PETG richtig?

PETG sollte luftdicht in einer Box oder einem Beutel mit Trockenmittel (z. B. Silicagel) aufbewahrt werden. So bleibt das Filament länger trocken und einsatzbereit.

Kommentare

7 Kommentare zu „PETG trocknen – So vermeidest du Stringing und Blasenbildung beim 3D-Druck“

  1. […] im Filament kann ebenfalls zu Haftungsproblemen und verstärkter Fädenbildung führen. Wie du PETG richtig trocknest, erfährst du […]

  2. […] korrekter Retraction weiterhin Fäden entstehen, kann feuchtes Filament die Ursache sein. Eine Anleitung zum Trocknen von PETG findest du […]

  3. […] gleichbleibende Druckqualität setzt auch korrekt gelagertes und trockenes Filament voraus. Wie du dein Filament am besten trocknest habe ich hier […]

  4. […] Wenn dein Filament bereits Feuchtigkeit aufgenommen hat, kann eine gezielte Trocknung helfen. Eine Anleitung dazu findest du im Artikel PETG trocknen. […]

  5. […] Auch feuchtes Filament kann die Haftung negativ beeinflussen. Wie du PETG richtig trocknest, erfährst du im ausführlichen Trocknungsleitfaden. […]

  6. […] Wenn Filament bereits Feuchtigkeit aufgenommen hat, kann eine Trocknung helfen. Eine Anleitung dazu findest du im Beitrag PETG trocknen. […]

  7. […] Eine detaillierte Anleitung zum Trocknen von PETG findest du im entsprechenden Artikel zum PETG trocknen. […]