Filament im Bambu AMS trocknen: AMS 2 Pro, AMS HT oder SUNLU AMS Heater – welche Lösung lohnt sich?

Feuchtes Filament kann auch bei einem modernen Bambu-Lab-Drucker zu Stringing, Blasen, rauen Oberflächen und einer ungleichmäßigen Extrusion führen. Wer sein Filament im Bambu AMS trocknen möchte, hat inzwischen mehrere Möglichkeiten: das Bambu Lab AMS 2 Pro, das auf technische Filamente ausgelegte AMS HT oder den SUNLU AMS Heater als Nachrüstung für das AMS der ersten Generation.

Doch welche Lösung ist wirklich sinnvoll? Das AMS 2 Pro bietet vier Filamentplätze und eine vollständig in das Bambu-System integrierte Trocknungsfunktion. Das AMS HT erreicht höhere Temperaturen, nimmt allerdings nur eine Spule auf. Der SUNLU AMS Heater wiederum verwandelt ein vorhandenes AMS 1 vergleichsweise günstig in einen Filamenttrockner.

In diesem Vergleich erfährst du, welche Lösung zu deinem Bambu-Drucker, deinen Filamenten und deinem Budget passt.

Kurzempfehlung:

  • Du möchtest vier Filamente automatisch verwalten, trocknen und lagern? Dann ist das Bambu Lab AMS 2 Pro die vielseitigste Gesamtlösung.
  • Du druckst häufig Nylon, PC oder andere anspruchsvolle technische Filamente? Dann bietet das Bambu Lab AMS HT die größte Temperaturreserve.
  • Du besitzt bereits ein AMS der ersten Generation und möchtest es möglichst günstig nachrüsten? Dann ist der SUNLU AMS Heater besonders interessant.
  • Du möchtest während eines laufenden Drucks aktiv trocknen? Das unterstützt von diesen drei Lösungen derzeit vor allem der SUNLU AMS Heater.

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Warum sollte man Filament im Bambu AMS trocknen?

Viele Filamente nehmen Feuchtigkeit aus der Umgebungsluft auf. Wie schnell das geschieht, hängt vom Material, der Luftfeuchtigkeit und der Lagerung ab. Besonders empfindlich sind unter anderem TPU, Nylon beziehungsweise PA, PC, PVA und verschiedene faserverstärkte technische Filamente. Aber auch PETG kann nach längerer offener Lagerung deutlich schlechter drucken.

Typische Anzeichen für feuchtes Filament sind:

  • hörbares Knacken oder Zischen an der Düse
  • kleine Blasen im extrudierten Kunststoff
  • ungewöhnlich starkes Stringing
  • raue oder matte Oberflächen
  • schwankender Materialfluss
  • schlechte Layerhaftung
  • sprödes oder leicht brechendes Filament
  • ungleichmäßige Druckergebnisse trotz passender Einstellungen

Bevor du lange an Retraction, Flow oder Drucktemperatur arbeitest, solltest du deshalb prüfen, ob dein Filament möglicherweise zu feucht ist.

Welche Temperaturen und Trocknungszeiten für PLA, PETG, TPU, ASA, ABS und Nylon geeignet sind, findest du in meinem ausführlichen Ratgeber: Filament trocknen: Temperatur- und Zeit-Tabelle.

Einen Vergleich klassischer Geräte findest du außerdem unter Filamenttrockner Vergleich 2026.

AMS 2 Pro, AMS HT und SUNLU AMS Heater im direkten Vergleich

EigenschaftBambu Lab AMS 2 ProBambu Lab AMS HTSUNLU AMS Heater
Maximale Trocknungstemperatur65 °C85 °C70 °C
Kapazität4 Spulen1 Spule4 Spulen im vorhandenen AMS 1
Automatischer FilamentwechselJaJa, eine Spule pro EinheitÜber das vorhandene AMS 1
Aktive FeuchtigkeitsabfuhrJaJaAktive Luftzirkulation und Feuchtigkeitssteuerung
Automatische Spulendrehung beim TrocknenJaJaFilament bleibt im AMS eingelegt
Luftdichte LagerungJaJaAbhängig von AMS und Einbau
Trocknen während desselben DruckjobsDerzeit nicht mit der verwendeten EinheitDerzeit nicht mit der verwendeten EinheitLaut SUNLU möglich
Geeignet für technische Hochtemperatur-FilamenteEingeschränktSehr gutEingeschränkt bis gut
Beste ZielgruppeMulticolor- und AlltagsnutzerNutzer technischer FilamenteBesitzer eines AMS 1
Wichtigste EinschränkungMaximal 65 °CNur eine SpuleNur für AMS der ersten Generation

Die Temperatur allein entscheidet nicht über die Qualität der Trocknung. Ebenso wichtig sind Luftzirkulation, aktive Abfuhr der feuchten Luft, Trocknungsdauer und eine möglichst gleichmäßige Erwärmung der Spule.

Bambu Lab AMS 2 Pro: Die vielseitigste Gesamtlösung

Das Bambu Lab AMS 2 Pro ist die Weiterentwicklung des ursprünglichen Automatic Material System. Es verbindet automatischen Filamentwechsel, geschützte Lagerung und aktive Trocknung in einem Gerät.

Bis zu vier Spulen können gleichzeitig eingelegt werden. Dadurch eignet sich das AMS 2 Pro besonders für Multicolor-Drucke, unterschiedliche Supportmaterialien und den automatischen Wechsel zwischen mehreren Filamentrollen.

So trocknet das AMS 2 Pro Filament

Das AMS 2 Pro erreicht laut Bambu Lab eine maximale Trocknungstemperatur von 65 °C. Während des Trocknungsvorgangs werden die Spulen automatisch gedreht. Dadurch soll das Filament gleichmäßiger erwärmt werden.

Zusätzlich besitzt das System eine aktive Luftöffnung. Während des Trocknens kann feuchte Luft entweichen. Nach Abschluss des Vorgangs wird das System wieder geschlossen, damit das Filament möglichst lange trocken bleibt.

Bei originalen Bambu-Filamenten kann das RFID-System Materialinformationen erkennen und passende Einstellungen automatisch übernehmen. Temperatur und Luftfeuchtigkeit lassen sich über die Bambu-Software beziehungsweise die Benutzeroberfläche überwachen.

Für welche Filamente reicht das AMS 2 Pro?

Die maximale Temperatur von 65 °C ist für viele typische Materialien ausreichend. Dazu gehören insbesondere:

  • PLA
  • PETG
  • viele TPU-Filamente
  • Supportmaterialien
  • teilweise ABS und ASA
  • einige weniger anspruchsvolle technische Filamente

Bei Nylon, PC und bestimmten faserverstärkten Filamenten kann die Temperaturgrenze allerdings zu niedrig sein. Bambu Lab weist selbst darauf hin, dass Materialien mit einer empfohlenen Trocknungstemperatur oberhalb von 65 °C im AMS 2 Pro möglicherweise nicht vollständig getrocknet werden.

Wer regelmäßig Hochtemperatur-Filamente verarbeitet, sollte deshalb das AMS HT oder einen entsprechend leistungsfähigen externen Filamenttrockner berücksichtigen.

Kann das AMS 2 Pro während des Druckens trocknen?

Hier ist eine wichtige Einschränkung zu beachten: Ein AMS 2 Pro, das Filament für einen laufenden Druck bereitstellt oder als automatische Ersatzrolle eingeplant ist, kann derzeit nicht gleichzeitig aktiv trocknen.

Es ist jedoch möglich, mit einer anderen angeschlossenen AMS-Einheit oder einer externen Spule zu drucken, während ein nicht am Druckjob beteiligtes AMS 2 Pro trocknet.

Bei bestimmten Druckern und Anschlussvarianten wird für die vollständige Trocknungsleistung außerdem ein externer Bambu-Netzadapter benötigt. Das sollte vor dem Kauf geprüft und in die Gesamtkosten einbezogen werden.

Vorteile des AMS 2 Pro

  • Platz für vier Filamentrollen
  • vollständig in das Bambu-Ökosystem integriert
  • automatischer Filamentwechsel
  • aktive Trocknung und Feuchtigkeitsabfuhr
  • automatische Spulendrehung
  • Temperatur- und Feuchtigkeitsüberwachung
  • RFID-Erkennung bei Bambu-Filamenten
  • geschützte Lagerung nach dem Trocknen
  • sehr komfortabel für Multicolor-Drucke

Nachteile des AMS 2 Pro

  • höhere Anschaffungskosten
  • maximal 65 °C
  • für einige technische Filamente nicht heiß genug
  • kein aktives Trocknen mit der gerade druckenden AMS-Einheit
  • je nach Drucker kann zusätzliches Zubehör notwendig sein

Das AMS 2 Pro lohnt sich besonders für: Anwender, die regelmäßig mehrere Filamente verwenden, Multicolor drucken und eine komfortable Komplettlösung aus Zuführung, Lagerung und Trocknung suchen.

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Bambu Lab AMS HT: Die beste Lösung für technische Filamente

Das Bambu Lab AMS HT verfolgt ein anderes Konzept. Statt vier Spulen gleichzeitig aufzunehmen, konzentriert es sich auf eine einzelne Filamentrolle und erreicht dafür eine deutlich höhere Trocknungstemperatur.

Laut Bambu Lab sind bis zu 85 °C möglich. Damit eignet sich das AMS HT besser für anspruchsvolle und stark feuchtigkeitsempfindliche Materialien.

Welche Filamente profitieren vom AMS HT?

Das AMS HT ist besonders interessant für:

  • Nylon beziehungsweise PA
  • Polycarbonat
  • PET und PET-CF
  • PA-CF und andere faserverstärkte Filamente
  • PVA und BVOH
  • technische Supportmaterialien
  • ausgewählte flexible Filamente
  • weitere Materialien mit höherer Trocknungstemperatur

Ob 85 °C ausreichen, hängt immer von der konkreten Herstellerempfehlung ab. Einige Hochleistungsfilamente benötigen noch höhere Temperaturen oder besondere Trocknungsbedingungen. Deshalb sollte vor der Trocknung immer das Datenblatt des jeweiligen Filaments geprüft werden.

Besonderheiten des AMS HT

Auch beim AMS HT wird die Spule während des Trocknens automatisch bewegt. Eine elektromagnetisch gesteuerte Luftöffnung unterstützt die aktive Abfuhr von Feuchtigkeit. Nach dem Trocknen kann die Einheit wieder geschlossen bleiben und als geschützte Aufbewahrung dienen.

Das AMS HT besitzt außerdem einen separaten Filamentausgang für Materialien, die sich nicht zuverlässig über den normalen automatischen Einzug transportieren lassen. Das betrifft beispielsweise weiche oder besonders spröde Filamente.

Bei TPU muss allerdings genau unterschieden werden: Nicht jedes TPU eignet sich für den automatischen Einzug. Über den separaten Ausgang kann das AMS HT zwar als Trockenbox dienen, die automatische Be- und Entladung steht dabei aber unter Umständen nicht zur Verfügung.

Kann das AMS HT während des Druckens trocknen?

Auch beim AMS HT kann die Einheit derzeit nicht gleichzeitig aktiv trocknen und das Filament für denselben laufenden Druckjob zuführen. Eine andere, nicht am Druck beteiligte AMS-HT-Einheit kann dagegen während des Druckens trocknen.

Das AMS HT ist außerdem keine vollständig unabhängige Stand-alone-Trockenbox. Für die Nutzung der Trocknungsfunktion muss es mit einem kompatiblen Bambu-Drucker verbunden und mit Strom versorgt werden.

Vorteile des AMS HT

  • bis zu 85 °C Trocknungstemperatur
  • sehr gut für Nylon, PC und technische Filamente
  • aktive Feuchtigkeitsabfuhr
  • automatische Spulendrehung
  • Temperatur- und Feuchtigkeitsüberwachung
  • geschützte Lagerung
  • separater Ausgang für problematische Filamente
  • vollständige Integration in das Bambu-System

Nachteile des AMS HT

  • nur eine Filamentrolle pro Einheit
  • kein Ersatz für ein Vier-Spulen-AMS bei Multicolor-Drucken
  • kein Trocknen und Drucken aus derselben Einheit zur gleichen Zeit
  • zum Trocknen nicht unabhängig vom Drucker verwendbar
  • nicht jedes flexible oder faserverstärkte Filament funktioniert mit dem automatischen Einzug

Das AMS HT lohnt sich besonders für: Anwender, die regelmäßig Nylon, PC oder andere stark hygroskopische technische Filamente drucken und dafür mehr als 65 oder 70 °C benötigen.

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SUNLU AMS Heater: Günstige Nachrüstung für das AMS 1

Der SUNLU AMS Heater ist keine vollständige AMS-Einheit. Es handelt sich um eine beheizte Abdeckung, mit der ein vorhandenes Bambu Lab AMS der ersten Generation nachgerüstet wird.

Das ursprüngliche AMS kann Filament lagern und automatisch zuführen, besitzt aber keine aktive Trocknungsfunktion. Der SUNLU AMS Heater ergänzt diese Funktion, ohne dass das komplette AMS ersetzt werden muss.

Wichtig: Der SUNLU AMS Heater ist ausschließlich für das große AMS der ersten Generation vorgesehen. Er ist nicht für das AMS Lite und nicht als Aufrüstung des AMS 2 Pro gedacht.

Wie funktioniert der SUNLU AMS Heater?

Für die Montage wird die ursprüngliche Abdeckung des AMS entfernt und durch den SUNLU AMS Heater ersetzt. Die vier vorhandenen Spulenplätze und der automatische Filamentwechsel des AMS bleiben erhalten.

SUNLU nennt eine maximale Temperatur von 70 °C. Ein System mit zwei Luftströmen soll die warme Luft innerhalb des AMS verteilen und lokale Überhitzung vermeiden. Temperatur, Laufzeit und Feuchtigkeit können am Gerät kontrolliert werden.

Zusätzlich besitzt der Heater eine Feuchtigkeitssteuerung. Abhängig von den gewählten Grenzwerten kann die Heizung automatisch aktiviert oder deaktiviert werden.

Kann der SUNLU AMS Heater während des Druckens trocknen?

Der SUNLU AMS Heater wird gerade damit beworben, dass Filament während des Druckens getrocknet werden kann. Das ist ein wesentlicher Unterschied zu den derzeitigen Einschränkungen von AMS 2 Pro und AMS HT.

Dadurch ist der Heater besonders für lange Drucke mit PETG, TPU oder anderen feuchtigkeitsempfindlichen Materialien interessant. Das Filament bleibt während des gesamten Druckvorgangs in einer beheizten und kontrollierten Umgebung.

Dabei sollte die Temperatur immer zum empfindlichsten eingelegten Filament passen. Liegen beispielsweise PLA und ein Material mit höherem Temperaturbedarf gleichzeitig im AMS, darf die Temperatur nicht so hoch gewählt werden, dass PLA oder die Spule Schaden nehmen.

Für welche Materialien eignet sich der SUNLU AMS Heater?

Mit bis zu 70 °C deckt der SUNLU AMS Heater viele verbreitete Filamente ab:

  • PLA
  • PETG
  • TPU
  • ABS
  • ASA
  • einige Nylon-Filamente

Für technische Materialien, die dauerhaft 80 °C oder mehr benötigen, ist das AMS HT besser geeignet. Außerdem bedeutet eine höhere Maximaltemperatur nicht automatisch, dass jedes eingelegte Material mit dieser Temperatur behandelt werden darf. Maßgeblich bleibt immer die Empfehlung des Filamentherstellers.

Vorteile des SUNLU AMS Heaters

  • vergleichsweise günstige Aufrüstung eines vorhandenen AMS 1
  • Platz für vier Filamentrollen
  • bis zu 70 °C
  • Trocknen während des Druckens möglich
  • Temperatur- und Feuchtigkeitskontrolle
  • keine komplette Neuanschaffung eines AMS notwendig
  • interessant für P1S- und X1C-Besitzer mit vorhandenem AMS

Nachteile des SUNLU AMS Heaters

  • AMS der ersten Generation muss bereits vorhanden sein
  • nicht mit AMS Lite oder AMS 2 Pro kompatibel
  • keine native Bambu-Trocknungssteuerung
  • keine unabhängigen Temperaturen für die vier Spulen
  • maximal 70 °C
  • Drittanbieter-Lösung statt vollständig integriertem Bambu-System

Der SUNLU AMS Heater lohnt sich besonders für: Besitzer eines funktionierenden AMS 1, die eine aktive Trocknung nachrüsten möchten, ohne ein neues AMS 2 Pro zu kaufen.

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Welches System trocknet Filament am besten?

Eine pauschale Antwort gibt es nicht. Die beste Lösung hängt vor allem von den verwendeten Materialien und dem vorhandenen Bambu-Setup ab.

Für PLA und PETG

Für PLA und PETG reichen normalerweise moderate Trocknungstemperaturen. Alle drei Systeme können diese Materialien grundsätzlich trocknen.

Wenn du bereits ein AMS 1 besitzt, bietet der SUNLU AMS Heater wahrscheinlich das beste Verhältnis aus Kosten und Nutzen. Bei einer kompletten Neuanschaffung ist das AMS 2 Pro komfortabler und stärker in das Bambu-System integriert.

Weitere Informationen speziell zu PETG findest du unter PETG trocknen: Temperatur, Dauer und Methoden.

Für TPU

TPU nimmt vergleichsweise schnell Feuchtigkeit auf und profitiert davon, direkt aus einer Trockenbox gedruckt zu werden. Hier kann der SUNLU AMS Heater durch das Trocknen während des Druckens einen praktischen Vorteil bieten.

Allerdings eignet sich nicht jedes TPU für den automatischen Einzug eines AMS. Informationen zu Geschwindigkeit, Retraction und Filamentführung findest du in meinem Ratgeber TPU richtig einstellen.

Für ABS und ASA

ABS und ASA benötigen häufig höhere Temperaturen als PLA oder PETG. Das AMS 2 Pro kann mit seiner Grenze von 65 °C ausreichen, erreicht bei stark feuchtem Material aber möglicherweise nicht immer die optimale Herstellerempfehlung.

Der SUNLU AMS Heater bietet mit bis zu 70 °C etwas mehr Reserve. Das AMS HT ist mit bis zu 85 °C am flexibelsten.

Passende Grundeinstellungen findest du in den Artikeln ABS richtig einstellen und ASA richtig einstellen.

Für Nylon, PC und technische Filamente

Für Nylon, PC und weitere technische Materialien ist das AMS HT die stärkste der drei Lösungen. Die maximale Temperatur von 85 °C ist deutlich besser auf stark hygroskopische Filamente abgestimmt.

Das AMS 2 Pro und der SUNLU AMS Heater können solche Materialien abhängig von der konkreten Filamentsorte zwar teilweise trocknen oder trocken halten, erreichen aber nicht immer die erforderliche Temperatur für eine vollständige Trocknung.

Mehr zur Verarbeitung von Nylon findest du unter Nylon richtig einstellen: Temperatur, Trocknung und Haftung.

Welche Lösung passt zu deinem Bambu-Setup?

Du besitzt bereits ein AMS 1

Dann ist der SUNLU AMS Heater die naheliegendste Lösung. Du nutzt dein bestehendes System weiter, behältst vier Spulenplätze und ergänzt eine aktive Trocknung.

Ein Wechsel auf das AMS 2 Pro lohnt sich eher, wenn du zusätzlich die modernere Zuführung, die integrierte Steuerung, automatische Spulendrehung und die übrigen Komfortverbesserungen möchtest.

Du kaufst ein komplett neues Multicolor-System

Für ein neues System ist das AMS 2 Pro die vielseitigste Lösung. Es bietet vier Spulenplätze, automatischen Filamentwechsel, Trocknung und geschützte Lagerung in einem Gerät.

Für typische PLA-, PETG- und Multicolor-Projekte ist das AMS 2 Pro meist sinnvoller als ein einzelnes AMS HT.

Du druckst überwiegend technische Filamente

Dann ist das AMS HT die bessere Wahl. Es nimmt zwar nur eine Rolle auf, erreicht aber bis zu 85 °C und ist gezielt für anspruchsvolle Materialien ausgelegt.

Wer sowohl Multicolor als auch technische Filamente druckt, kann ein AMS 2 Pro mit einem AMS HT kombinieren.

Du möchtest während des Druckens trocknen

Dann besitzt der SUNLU AMS Heater aktuell einen entscheidenden Vorteil. AMS 2 Pro und AMS HT können derzeit nicht gleichzeitig trocknen und Filament für denselben Druckjob zuführen.

AMS-Trocknung oder externer Filamenttrockner?

Nicht jeder benötigt eine vollständig integrierte AMS-Lösung. Ein klassischer Filamenttrockner kann sinnvoller sein, wenn du:

  • Filament unabhängig vom Drucker trocknen möchtest
  • unterschiedliche Druckermarken verwendest
  • nur eine oder zwei Spulen gleichzeitig trocknest
  • eine flexible und transportable Lösung suchst
  • höhere Temperaturen zu einem niedrigeren Preis benötigst
  • dein AMS ausschließlich zur Zuführung verwenden möchtest

AMS 2 Pro und AMS HT spielen ihre Stärken dagegen bei Bedienkomfort, automatischer Materialverwaltung und der Integration in das Bambu-Ökosystem aus.

Aktuelle Alternativen findest du in meinem Filamenttrockner Vergleich mit zehn Geräten.

Neben einem Filamenttrockner können auch Silicagel, luftdichte Aufbewahrungsboxen, Hygrometer, PTFE-Schläuche und passende Spulenadapter den Umgang mit feuchtigkeitsempfindlichem Filament erleichtern. Eine vollständige Übersicht sinnvoller Werkzeuge und Ergänzungen findest du in meinem Ratgeber 3D-Druck Zubehör – über 50 sinnvolle Tools und Upgrades

Häufige Fehler beim Trocknen im AMS

Zu hohe Temperatur einstellen

Eine zu hohe Temperatur kann Filament, Spule oder AMS-Komponenten beschädigen. Besonders PLA kann bei unnötig hohen Temperaturen weich werden. Verwende deshalb immer die Herstellerempfehlung des jeweiligen Filaments.

Unterschiedliche Materialien gemeinsam trocknen

Wer vier verschiedene Materialien gleichzeitig im AMS trocknet, muss die Temperatur am empfindlichsten Material ausrichten. PLA, PETG, TPU und Nylon sollten nicht automatisch mit derselben Temperatur behandelt werden.

Trocknung mit trockener Lagerung verwechseln

Silicagel und ein geschlossenes AMS können trockenes Filament trocken halten. Bereits stark feuchtes Filament wird dadurch aber nicht zuverlässig getrocknet. Dafür ist eine aktive Trocknung notwendig.

Wie du Filament nach der Trocknung aufbewahrst, erfährst du unter Filament richtig lagern.

Filament nach dem Trocknen offen liegen lassen

Nach dem Trocknen sollte das Filament möglichst in einem geschlossenen System verbleiben. Besonders Nylon und TPU können andernfalls schnell wieder Feuchtigkeit aufnehmen.

Nur die Luftfeuchtigkeit im AMS betrachten

Ein niedriger angezeigter Luftfeuchtigkeitswert bedeutet nicht automatisch, dass tief im Filament keine Feuchtigkeit mehr vorhanden ist. Stark durchfeuchtete Spulen benötigen ausreichend Zeit und eine zum Material passende Temperatur.

Fazit: AMS 2 Pro, AMS HT oder SUNLU AMS Heater?

Wenn du Filament im Bambu AMS trocknen möchtest, hängt die beste Lösung vor allem von deinem vorhandenen System und den verwendeten Materialien ab.

Das Bambu Lab AMS 2 Pro ist die beste Gesamtlösung für Nutzer, die vier Spulen, Multicolor-Druck, automatische Filamentzuführung, Trocknung und geschützte Lagerung miteinander verbinden möchten. Für PLA, PETG und viele Alltagsmaterialien bietet es den größten Komfort.

Das Bambu Lab AMS HT ist die beste Wahl für technische Filamente. Mit bis zu 85 °C bietet es deutlich mehr Temperaturreserve und eignet sich besonders für Nylon, PC und andere stark hygroskopische Materialien. Dafür nimmt es nur eine Spule auf.

Der SUNLU AMS Heater ist die sinnvollste Nachrüstung für ein vorhandenes AMS 1. Er ist deutlich günstiger als der komplette Wechsel auf ein AMS 2 Pro, erreicht bis zu 70 °C und kann laut Hersteller auch während des Druckens trocknen.

Meine Empfehlung lautet deshalb:

  • Bestes Komplettsystem: Bambu Lab AMS 2 Pro
  • Beste Lösung für technische Filamente: Bambu Lab AMS HT
  • Bestes Upgrade für ein vorhandenes AMS 1: SUNLU AMS Heater
  • Beste Lösung zum Trocknen während des Druckens: SUNLU AMS Heater

FAQ: Häufige Fragen zum Filamenttrocknen im Bambu AMS

Kann man Filament im normalen Bambu AMS trocknen?

Das Bambu AMS der ersten Generation besitzt keine aktive Heizung und kann feuchtes Filament daher nicht selbst trocknen. Mit Silicagel hält es bereits trockenes Filament länger trocken. Für eine aktive Trocknung kann es beispielsweise mit dem SUNLU AMS Heater nachgerüstet werden.

Wie heiß wird das Bambu Lab AMS 2 Pro?

Das AMS 2 Pro erreicht laut Bambu Lab eine maximale Trocknungstemperatur von 65 °C. Das reicht für viele Alltagsfilamente, kann für bestimmte Nylon-, PC- oder faserverstärkte Filamente aber zu wenig sein.

Wie heiß wird das Bambu Lab AMS HT?

Das Bambu Lab AMS HT erreicht eine maximale Trocknungstemperatur von 85 °C. Dadurch eignet es sich besser für technische und stark feuchtigkeitsempfindliche Filamente.

Wie heiß wird der SUNLU AMS Heater?

SUNLU gibt für den AMS Heater eine maximale Temperatur von 70 °C an. Das Gerät ist als Nachrüstung für das Bambu AMS der ersten Generation vorgesehen.

Kann das AMS 2 Pro beim Drucken gleichzeitig trocknen?

Das AMS 2 Pro kann derzeit nicht gleichzeitig aktiv trocknen und Filament für denselben laufenden Druckjob zuführen. Eine nicht am Druck beteiligte AMS-Einheit kann jedoch während des Druckens trocknen.

Kann das AMS HT beim Drucken gleichzeitig trocknen?

Auch das AMS HT kann nicht aktiv trocknen, während es Filament für denselben laufenden Druck bereitstellt. Eine weitere, nicht am Druckjob beteiligte Einheit kann unabhängig davon trocknen.

Kann der SUNLU AMS Heater während des Druckens trocknen?

Ja, laut SUNLU ist der AMS Heater dafür ausgelegt, Filament im AMS der ersten Generation während des Druckens aktiv zu trocknen.

Was ist besser: AMS 2 Pro oder AMS HT?

Das AMS 2 Pro ist mit vier Spulenplätzen besser für Multicolor- und Alltagsdrucke geeignet. Das AMS HT nimmt nur eine Spule auf, erreicht dafür aber 85 °C und ist für technische Hochtemperatur-Filamente die bessere Wahl.

Lohnt sich der SUNLU AMS Heater?

Der SUNLU AMS Heater lohnt sich besonders, wenn bereits ein Bambu AMS der ersten Generation vorhanden ist. Dann lässt sich die aktive Trocknung nachrüsten, ohne ein komplettes AMS 2 Pro kaufen zu müssen.

Brauche ich trotz AMS einen Filamenttrockner?

Ein klassischer Filamenttrockner kann weiterhin sinnvoll sein, wenn Filament unabhängig vom Drucker getrocknet werden soll, besonders hohe Temperaturen erforderlich sind oder mehrere Druckersysteme genutzt werden. Das AMS ist vor allem wegen der integrierten Lagerung und automatischen Filamentzuführung komfortabler.